Hinweis: Dieses Gästebuch steht Ihnen für Chats, Diskussionen und Mitteilungen gerne zur Verfügung. Es wird von uns nur verwaltet, aber nicht befeuert. Immer wiederkehrende Fragen werden von uns einmal beantwortet und in einer besonderen Rubrik gespeichert. Bitte schauen Sie dafür hier: “Häufig gestellte Fragen“. Sollten Sie mit diesen Auskünften nicht zufrieden sein, werden wir selbstverständlich eine entsprechende Anregung von Ihnen aufnehmen.
Wenn Sie eine schnelle, direkte Bearbeitung Ihrer Frage möchten, nutzen Sie den „Kontakt“ im Internet, damit mir Ihre Fragen und Anregungen sofort vorgelegt werden können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mit Terminen eingedeckt bin und in der Spendenverwaltung ein riesiges Arbeitspensum erledigen muss, dass ich selbst nur auf diese Weise mit Ihnen kommunizieren kann.
Wilhelm von Boddien
S.Hartmann
schrieb am 7. Juli 2009 um 10:48
@ Lars
„Wenn also „modernes“ Bauen unsere Denkmalkultur fördert, warum interessiert sich die breite Masse nicht dafür, dass im ganzen Land Denkmale von Rang bedroht sind?“
-Besser: nicht gefährdet. Ein Nachbau trägt die Gefahr in sich zu suggerieren: Alles ist kopierbar- auch Geschichte. Und das kann zu Vernachlässigung von echten historischen Zeugnissen führen.
Hier auf der Homepage wird der Eindruck erweckt, man kann die Fassade originalgetreu nachbauen. Das ist aber falsch. Das Schloss ist zwar sehr gut dokumentiert und im Vergleich zu vielen anderen Anlagen wird man dem Original recht nahe kommen, doch Details, vielleicht von den Steinmetzen hinterlassen (wie an fast allen historischen Gebäuden zu finden), sind nicht dokumentiert. Doch sind es gerade diese Details die uns Geschichte nachfühlen lassen und uns Einblicke in die damaligen Lebens- und Arbeitsweisen geben.
Und das sich die breite Masse nicht dafür interessiert liegt wohl eher am Bildungsgrad und daran das die Politik versäumt den Menschen den Wert der Anlagen aufzuzeigen.
Meist sind es ja gerade Architekten und Künstler die sich für solche Anlagen einsetzen.
„Wer als Architekt nicht für einen kompletten modernen Neubau an dieser Stelle ist, verrät seinen Beruf.“ (Weinmiller)
Ein sehr richtiges Zitat.
Übrigens, Architekten verdienen das meiste Geld mit Umbauten, nicht mit Neubauten.
@ Kreuzberger
„Bauten des Barocks etc. durchaus schätzen. Mit der Einschränkung aber, daß sie im Falle einer Zerstörung keinesfalls wiederbelebbar wären.“
Das würde ich nicht so sehen. Ich sehe viele Beispiele wo es funktioniert hat, speziell in Dresden, bei denen aber ein hoher Prozentsatz vom Original erhalten war.
Wenn man aber von Wiederbelebung spricht gehört nun einmal die Einheit von Innen und Außen dazu, die im Barock so wichtig war.
Sie wollen immer wieder Brüche in der Stadt und ein „befremdliches“ neues Haus inmitten weitestgehend historischer Substanz verhindern. Doch verlagern Sie diesen Bruch nur in das Gebäude selbst und haben am Ende nicht viel gewonnen.
„Die Fließbandarchitektur ist hier einmal nicht zum Zuge gekommen“
Ich glaube Sie wissen genauso gut wie ich, dass dies niemals ein Entwurf von der Stange geworden wäre.
@Isidor
1. Ihren ersten Absatz lass ich mal links liegen, da ich selbst nicht solche Punkte angeführt habe
2. „Zeugt es nicht allein schon von Weltoffenheit, dass man den außereuropäischen Kulturen dieses prestigeträchtige Projekt im Herzen des historischen Zentrums der Hauptstadt widmet? Wo sonst hat man eigens für die nichteuropäischen Kulturen ein so prächtiges Podium errichtet?“
Gerade diesen Punkt finde ich sehr kritikwürdig.Das gerade das eine Auszeichnung für die anderen Kulturen sein soll in neu-barocken Fassaden gepresst zu werden halte ich für grundfalsch. Ein eigenständiges Museum wie bisher in Dahlem oder Paris ist angebracht.
„Sind wir also unbelehrbar, nur weil wir versuchen, ein Stück unserer Identität zurückzugewinnen?“
Wie kann etwas Imaginäres (denn das ist es ja noch) zu einem Teil Ihrer Identität werden? Haben Sie das Schloss noch erlebt?