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Wilhelm von Boddien
S.Hartmann
schrieb am 5. Juli 2009 um 14:57
„Die 500 Jahre Stadtschloss zu übergehen wäre ein Signal der Verlogenheit. Ein Signal, dass man Kultur im Grunde nicht wertschätzt und dass das Humboldtforum nur den Zweck erfüllt, sich als weltoffene und politisch korrekte Nation zu präsentieren.“
- und was ist mit den fast 60 Jahren ohne Stadtschloss? Die Form der Fassade die nachgebaut werden soll ist im Übrigen keine 500 Jahre alt. Wenn man dann von ca. 1700 ausgeht gibt es das Schloss in der Form schon 17%, der seit dem vergangenen Zeit, nicht mehr.
Diese Zahl ist natürlich sehr abstrakt und spiegeln nicht den Wert des verloren gegangenen Schlosses wieder; aber sie zeigt gut das die letzten Jahrzehnte schon viel an neuer Geschichte für diesen Ort geschrieben haben und dies jetzt einfach übergangen wird.
Was ist denn Kultur? Zu kulturellen Leistungen gehört eben auch Weltoffenheit. Und bloß weil man das Schloss nicht nachbaut bedeutet dies nicht, dass man die Kultur nicht schätzt. Aus meiner Sicht ist gerade der Nicht-Nachbau ein kulturelles Statement, ein Pluspunkt für unsere Denkmalkultur und Geschichtskultur und eine Förderung unserer bildenden Künste/ Architektur durch einen „modernen“ Neubau.
„Inwiefern hat das alte Museum in Dahlem optisch auf die außereuropäischen Kulturen Bezug genommen?“ – ich spreche von den Bauten aus den 60iger und 70iger Jahren und ich beziehe mich auf die Konzeption des Museums. Dort gibt es weniger natürliches Licht als in anderen Museen (Pigmentschutz), die großen Hallen sind geeignet, um die Boote auszustellen und spektakulär in Szene zu setzen.
\"Selbstbewusst nach außen darstellen\": moderne Ausstellungsformen und Klassifizierungen der Gegenstände bringen eine moderne Raumform im Inneren eines Museums mit sich (siehe Musée du quai Branly/ Paris; auch wenn es jetzt Aussen nicht gerade gelungen ist). Somit ergeben sich automatisch bestimmte Fassadenöffnungen und eine Fassade die das Innere in gewisser Form nach außen bringt.