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Mathias Mossmann, 36, schrieb am 25. Juli 2002 um 1:00
Nachdem der Bundestag den Wiederaufbau der Schlossfassaden beschlossen hat, sollte auch die Öffentlichkeit telnehmen an den noch ausstehenden Fragen der Nutzung, der Ostfassade, der Kuppel und des Innenausbaus. Hier seien einige Anregungen gegeben: 1.)Bei der Nutzung sollte zum einen die museale Abrundung der Museumsinsel vorrangig sein. Dabei sollten die Räume flexibel nutzbar sein und künftige Erweiterungen ermöglichen. Wichtiger jedoch scheint mir, dass sich die städtebaulich zentrale Funktion des Schlosses auch in seiner künftigen Nutzung spiegelt, und zwar als eines herausragenden, spannenden kulturellen Zenrums der deutschen Hauptstadt. In qualitätvollen Räumen sollten hier vielfältige Konzerte, Theateraufführungen, internationale Tagungen, Staatsempfänge und Jugendveranstaltungen stattfinden. Mit der baldigen EU-Osterweiterung wird der Bedarf daran in Berlin übrigens noch erheblich steigen. 2.)Städtebaulich würde eine moderne Ostfassade zum Fernsehturm, den Bauten am Alexanderplatz sowie dem leeren Raum dazwischen passen und deren karge Monumentalität noch verstärken. Eine rekonstruierte historische Spreefront könnte hingegen mit ihrer Kleinteiligkeit Innenstadtqualität andeuten und entspräche eher dem gegenüberliegenden Nikolaiviertel. 3.)Durch einen Wiederaufbau der Kuppel würde die monumentale Blockhaftigkeit des Gebäudes, die so auch nie beabsichtigt war, gemildert. 4.)Beim Innenausbau könnte vor allem das rekonstruierte Große Treppenhaus Schlüters mit seiner einmaligen barocken Rauminszenierung als festliches Entree zwischen Außen und Innen vermitteln und dem Gebäude auch im Innern ein barockes Herz verleihen. Für Konzerte, Tagungen, Staatsempfänge, "Opernball" etc. wäre ferner der Weiße Saal als größter historischer Festsaal des Schlosses geeignet. Ähnlich etwa dem total rekonstruierten Innern der heute so beliebten Semperoper in Dresden könnte hier ein attraktiver, einmaliger Rahmen für ein reiches Kulturleben entstehen. Ansonsten sollte künftigen Generationen die Möglichkeit weiterer Innenraumrekonstruktionen offenstehen.
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