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Wilhelm von Boddien
nachdenklich
schrieb am 16. Juni 2009 um 16:55
Liest man einmal die letzten Abschnitte, und vor allem das Material (ua. in Nr.1811), gewinnt man eigentlich einen ganz guten Überblick, aber bekommt auch Hintergründe aufgezeigt, die einen Anreiz bilden können, sich nicht nur oberflächlich mit diesem Schlossfassadenprojekt auseinanderzusetzen.
Eigentlich wäre es wichtig, dass die Debatte zügig wieder auf den Tisch kommt, aber nicht nur wegen der finanziellen Situation, sondern hauptsächlich um über Alternativen nachzudenken.
All jene, die sich für unsere Hauptstadt mehr wünschen als diesen Nachbau, welcher obendrein Zweifel aufkommen lassen würde, welchen Geist unsere Gesellschaft tragen möchte, müssten eine Form finden, wie sie gemeinschaftlich diesem Wunsch eine Richtung geben könnten.
Diese Seite ist sicher ein sehr gutes Beispiel: http://www.kein-schloss-in-meinem-namen.de/
Gibt es eigentlich weitere Schritte?
Im Moment erleben wir, wie Studenten demonstrieren, um die Situation an den Hochschulen zu verbessern. U.a. das Bachelor-Master-System gerät in die Kritik, aber mehr noch die knappen Studienzeiten, die keine Möglichkeiten mehr lassen, sich mit seinem Wissen für gesellschaftliche Aufgaben einzusetzen. Man spricht von einer „Verschulung“ des Studiums. Geisteswissenschaftliche Studiengänge sollen z.T. von Hochschulplänen gestrichen werden.
Ich sehe da eigentlich einen direkten Zusammenhang zur Schlossdebatte.
Ein verschultes Studium, und eine einseitig technologieorientierte Sichtweise auf unsere Umgebung, sind vermutlich mitverantwortlich für die eingetretene Situation, die in dem Beschluss des Bundestages kulminiert, die alten Schlossfassaden nachbauen zu lassen.
(„Schnörkel“ = schön = Kunst)
Mit diesem Beschluss werden ja sogar Ausbildungsinhalte konterkariert!
Auf das angeeignete Wissen, von der Allgemeinheit mitfinanziert, möchte man scheinbar nicht zurückgreifen. Eigentlich ist eine Zeit vor den Wahlen günstig, um auf Mißstände hinzuweisen.