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Wilhelm von Boddien
G. Dick ,
schrieb am 20. Juli 2002 um 12:17
Das Gästebuch ist wirklich beindruckend. Man könnte eigentlich davon ausgehen, dass die Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung mit der Rekonstruktion voll einverstanden ist.Da sollten sich die „Jubilierer“ aber nicht täuschen lassen! Es gibt eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Zeitgenossen die in dem Wiederaufbau des Stadtschlosses- vor allem in der heutigen Zeit- keinen Sinn sehen können.Ein Leserbrief im Bonner General-Anzeiger von heute ( 20.7.) von einem Prof. Dr. Dr. Heinz Schott ( der Mann muss offenbar kein Dummkopf sein) unterschrieben, macht das ziemlich deutlich. Überschrift:„Unser Land braucht keine protzigen Symbole“. In einer gewissen Weise hat er hier schon recht, wenn man sich das bisher vorgesehene Nutzungskonzept ansieht. Ganz verwegen dabei noch der Vorschlag der Berliner CDU das Schloß zur Residenz des Bundespräsidenten auszubauen. Leider äußert sich hierzu weder der Bundespräsident noch das Bundespräsidialamt eindeutig dagegen, so dass man vermuten kann, dass dort nur heimlich auf die „göttliche Eingabe“ der neuen Arbeitsgruppe unter Nida-Rümelin gewartet wird. Eine solche „Eingebung“ wird allerdings mit Sicherheit die Gegnerschaft der Schoßrekonstruktion nur noch vergrößern. Es ist kurzsichtig dem Schloß keinen Sinn zu einer wirklichen „Gemeinnützigkeit“ zu geben, womit sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung solidarisch erklären könnte. Selbst auch der „intelligenteste und linkste Plattenliebhaber“. Dann würden die bisherigen Gegner auch eine barocke Fassade akzeptieren können.Der Weg von der Monarchie, Diktatur , Parteien-Demokratie, bis zur leider unvollendeten aber anzustrebenden Bürgergesellschaft, dafür muss das Stadtschloß stehen.„Weniger „Humboldt“ , mehr „vom Stein“ ! (Das begreift allerdings nur der , der weiß wofür dieses Denkmal des Freiherrn vom Stein noch am Rande des Schlossplatzes steht )Die Finanzierung mit rein privaten Spenden ( s.a. Frauenkirche) und wenn es 30 und mehr Jahre bis zur Fertigstellung dauern sollte. Die Fertigstellung des Kölner Doms haben die Planer und Grundsteinleger mit Sicherheit niemals erwartet, um sich selbst feiern zu lassen oder Renditen eintreiben zu können. Man wusste eben damals noch für wen und für was man das große Werk begonnen hat.