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Wilhelm von Boddien

 

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Wasser schrieb am 8. Juni 2009 um 18:18
//Eigentlich beantworten Sie immer noch nicht, warum Sie die Barockfassaden brauchen, für den hist. Bezug. Der Begriff „Membran“ wird niemals nachvollziehbar sein nicht im übertragenen, und schon gar nicht im baulichen Sinne.// Bei dem Bild der Membran und den verschiedenen Milieus war ich gedanklich im Bereich der Biologie: „Membranen trennen Stoffe, sodass verschiedene Milieus entstehen können. Die Membran kann die Durchlässigkeit für bestimmte Stoffe steuern. Die Informationen hierfür erhält sie von den Bedürfnissen des einen Raumes. Ist in dem anderen Raum dieser Stoff vorhanden (=Konzentrationsgefälle) wird die Membran hierfür durchlässig.“ Der Hauptgrund für die Rekonstruktion der Barockfassaden ist der Wunsch das Stadtbild wenigstens im Sichtbereich der Linden und der Weltkulturerbestätte zu reparieren. 2015 wird also eine barocke Fassade errichtet, die auf das äußere Milieu (historisches Umfeld) Bezug nimmt und es vom inneren Milieu (moderne Nutzung und Innenraumgestaltung) abtrennt. Das sichtbare Konzentrationsgefälle ist gewollt und somit (zu der Zeit) weitgehend akzeptiert. Das Bedürfnis das Innere des Humboldtforums dem äußeren Milieu anzugleichen, wird aber durch die Fassadenrekonstruktion aufrecht erhalten und mit den Jahren von alleine zunehmen. //Der Bau könnte viele Gesichter haben, sofern diese unserer Zeit entspringen. Von „anlehnend“, was ich mir durch Material vorstellen könnte, bis hin zu einem solitären Zeichen, kann der Ausdruck reichen, je nach dem, welche Nutzung, oder Nutzungen er haben mag, dass schlösse eine Flexibilität mit ein, wenn es Modelle dafür gibt!// Für mich sind die krampfhaften „kritischen Rekonstruktionen“ und „Transformationen der Geschichte“ ein zum Himmel schreiender Anachronismus, weil sich hier tiefste Mutlosigkeit offenbart. Ich begeistere mich sehr stark für „zeitgemäße“ qualitätvolle Architektur und für spannungsvolle Kontraste. Am Schlossplatz sehe ich aber schon alleine wegen der enormen Baumasse des Humboldtforums einen mutigen Kontrast zur Umgebung bzw. ein „solitäres Zeichen“ nicht als spannend an, sondern, als zerstörerisch. Eine Fassade, die das Schloss lediglich zitiert, lässt die weiter oben beschriebene Entwicklung nicht zu. Ein solches Gebäude wäre bei Lichte betrachtet nur noch: mieß!
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