Hinweis: Dieses Gästebuch steht Ihnen für Chats, Diskussionen und Mitteilungen gerne zur Verfügung. Es wird von uns nur verwaltet, aber nicht befeuert. Immer wiederkehrende Fragen werden von uns einmal beantwortet und in einer besonderen Rubrik gespeichert. Bitte schauen Sie dafür hier: “Häufig gestellte Fragen“. Sollten Sie mit diesen Auskünften nicht zufrieden sein, werden wir selbstverständlich eine entsprechende Anregung von Ihnen aufnehmen.
Wenn Sie eine schnelle, direkte Bearbeitung Ihrer Frage möchten, nutzen Sie den „Kontakt“ im Internet, damit mir Ihre Fragen und Anregungen sofort vorgelegt werden können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mit Terminen eingedeckt bin und in der Spendenverwaltung ein riesiges Arbeitspensum erledigen muss, dass ich selbst nur auf diese Weise mit Ihnen kommunizieren kann.
Wilhelm von Boddien
Wasser
schrieb am 7. Juni 2009 um 14:42
//Haben Sie eigentlich den Artikel der FAZ gelesen?//
„Was wäre Ihr Vorschlag?
Dass der Prozess genau dort fortgesetzt wird, wo er geendet hat. Dass nun mit zeitgenössischer Architektur fortgefahren wird. Das ist, glaube ich, das Wesentliche. Jeder verantwortungsvolle Architekt wird das Gedächtnis dieses Ortes auch miteinbeziehen. Aber die Geschichte sollte transformiert werden und nicht wiederholt.“
Vorab möchte ich auf den letzen Satz eingehen, da heute weiterhin so argumentiert wird:
Es sollte eher „Baugeschichte“ heißen, ansonsten erschließt sich mir der Sinn der Forderung/Behauptung nicht, denn Geschichte lässt sich nicht transformieren oder wiederholen; nur weiterschreiben. Das Humboldtforum und der Stella-Entwurf im Kontext mit den Rekonstruktionen sind nun wirklich keine Geschichtsrepetitionen.
Ich behaupte mal frech, dass in diesem Satz auch das Selbstverständnis vieler Architekten offenbart wird, Geschichtsschreiber zu sein.
Das restliche Zitat beschreibt quasi den Entwurf des verantwortungsvollen und mir sehr sympathischen Herrn Stella!
//Sie gehen ja schon von Anfang an davon aus, dass ein Bezug zw. Vergangenheit und Zukunft nur über neu zu errichtende Barockfassaden herzustellen sei.//
Irgendwie muss - meinem Erachten nach - der Bezug zum Stadtschloss hergestellt werden. Das Konzept der Barockfassaden überzeugt mich einfach. Ich war und bin aber weiterhin offen mich mit anderen Vorschlägen und Konzepten auseinander zusetzten.
Auch wenn diese Diskussion hier nicht dazu beiträgt, den anderen von seiner eigenen Position zu überzeugen (Karussell), interessiert mich dennoch weiterhin, wie das Gebäude – ihrer Meinung nach - in etwa außen aussehen soll (Centre Pompidou, Musée du quai Branly oder eine klassische Formensprache etc.)
//Sie sagen: „Die äußere Form der inneren Funktion unterzuordnen ist generell OK, hier aber nicht.“
Folgen wird man Ihnen nur können, wenn Sie plausibel machen, warum Sie dieser Ansicht sind.//
Wenn es nur darum ginge, ein Gebäude zu errichten in dem die ethnologischen Sammlungen optimal ausgestellt werden können und zur Geltung kommen und in dem die Bibliothek optimale Räumlichkeiten und Entfaltungsmöglichkeiten erhält, dann kann und sollte die äußere Form der inneren Funktion folgen.
Bei dem Humboldtforum handelt es sich aber nicht um einen reinen Zweckbau, maßgeschneidert für zwei, drei bestimmte Nutzungen (im Inneren). Ebenso wichtig, wie den Ansprüchen der Nutzer nachzukommen, ist es, die Ansprüche zu berücksichtigen, die von (im doppelten Sinn) Außenstehenden kommen.
//Aber um Sie beim Wort zu nehmen, eine Fassade trennt immer Außen und Innen. In welcher Weise verschmilzt Ihrer Ansicht nach dieses Außen, mit dem Inneren? Eine Fassade die nicht zu einem Gebäude gehört „verschmilzt“ höchstens durch Mauerfugen, nicht aber gedanklich mit dem was sich dahinter verbirgt.
Ein Gedankenmodell das besser zutrifft ist eine Fassade die für sich als ein Hüllenkörper oder gleich einer Maske, oder einem Überzug auf dem Bau sitzt, und im Inneren nicht das ermöglicht, was nötig wäre. Und wozu?//
Das Humboldtforum ist auch für mich nicht aller Tage Abend (siehe #1761).
Um bei dem Bild der „Membran“ zu bleiben: Beidseitig der Barockfassaden sind verschiedene „Milieus“ (Anspruch/Erwartung und Nutzung), die sich mehr und mehr angleichen werden, irgendwann... 🙂
Die Barockfassade nimmt eine Schlüsselfunktion ein.