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Wilhelm von Boddien
nachdenklich
schrieb am 1. Juni 2009 um 18:43
Lesen Sie einmal dieses Architektengespräch aus der FAZ!
Interessant ua. die Antwort auf diese Frage:
„Wie stehen Sie nun zum formalen Aspekt des Schlossbaus?“:
(Kopieren Sie die folgende URL in Ihre Adressleiste):
http://www.faz.net/s/RubCC21B04EE95145B3AC877C874FB1B611/Doc~E3F97EAE99BAD4C26907BC3A70E641AD2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Bedenken zu diesem Eintrag, Nr.1746:
„…Ein Volk spiegelt sich in so vielen Bereichen wieder. Ob Kunst, Bauten, Kultur, Sprache, Traditionen. Sie erhalten ein Volk am Leben. Ohne sie geht ein Volk zugrunde…“
Nun, so argumentierte man verstärkt aber erst seit der zweiten Hälfte des 19.Jh., bis in eine Zeit vor etwa 60 Jahren, ich meine dabei auch speziell den Gebrauch der Vokabel „Volk“ in diesem Zusammenhang, und das „Zugrundegehen“.
Damals wollte man den Menschen weismachen, sie wären auf Grund ihrer Eigenart, ihrer Kultur etwas ganz besonderes, um sie dann leichter für Ziele gegen die „anderen“ gewinnen zu können. Deshalb versuchte man damals an jeder Stelle die Unterschiedlichkeiten herauszukehren.
(Umso verständlicher, dass man im heutigen gesellschaftlichen und politischen Sprachgebrauch in ähnlichen Zusammenhängen nicht mehr auf das „Volk“, sondern auf die „Menschen in unserem Land“ abhebt.)
Und schon zerfällt die Suggestion, dass hinter aller Kultur (und Architektur) ein „Volk“ steht. Denn es sind vielmehr die Menschen in unserem Land, und die haben eher eine eigene Meinung, bzw. verschiedene Meinungen, als es dies die Vokabel „Volk“ vermuten ließe.
An Traditionen anknüpfen - ja, aber an welche? Wenn Sie, werter Leser, das Zitat von Friedrich Schinkel oben im Artikel der ZEIT gelesen haben, verstehen Sie sicher was ich meine.
Die weitaus längste Zeit unserer Geschichte war viel universeller, das ist doch eine Tradition, mit der man viel besser aufeinander zugehen kann! Vor allem verschließt diese nicht vorm Lernen.
Grüße
(PS: Interessant ist es einmal die Argumentationskette ab Nr.1693 zu lesen)