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Wilhelm von Boddien
Kreuzberger
schrieb am 12. April 2009 um 20:42
@ Nachdenklicher: Bei dem Artikel in der Süddeutschen geht es mir speziell um die Feststellung des Autors, daß man der Architektur hilflos und wehrlos ausgeliefert ist. Man kann allem aus dem Weg gehen, was einem auf kulturellem Gebiet angeboten oder auch zugemutet wird, aber nur Blinde haben die Möglichkeit unsere Gegenwartsarchitektur tatsächlich zu negieren. Wer möchte deswegen aber schon mit ihnen tauschen? Also sollte man sich für eine bessere und humanere Architektur einsetzen. Das heißt für mich auch, daß man im Zweifelsfall doch lieber an den ansprechenden Bauformen des Klassizismus oder auch an die grandiose 20er-Jahre-Architektur anknüpfen und diese weiterentwickeln sollte. Ich habe mir heute aus der Ferne das Allianzhochhaus in Treptow angesehen und es mir mit einer Empire State Building-Silhouette vorgestellt. Grandios! Dann ging´s weiter zu den Betonburgen auf der Fischerinsel, die in Form und Farbgebung sicherlich ihrem Ideal entsprechen: Unförmig, trist, asymmetrisch, mit grellen Farben neben grauem Sichtbeton. Deprimierend! Ich möchte Sie nicht langweilen, aber das Hotel hinter dem Dom möchte ich noch erwähnen. Das Übliche, aber mit der schaurigsten Dachkonstruktion Berlins. Direkt neben der Museumsinsel!
Bauhaus und Postmoderne haben sich totgelaufen. Da ist nichts mehr rauszuholen. Man kann den Architekten etwas in den Tee geben, dann kommen solche Gebilde wie Schanghai heraus, oder die Angeberbauten in Dubai etc. oder diese Riesengurke in der mittlerweise häßlichsten Metropole Europas.
Neubauten sollen offensichtlich grundsätzlich nicht mit ihrer Umgebung harmonieren und deswegen freue ich mich, daß wenigstens der Schloßplatz vor zeitgenössischer Verunstaltung gerettet wurde.