Gästebuch

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Wilhelm von Boddien

 

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Delattre schrieb am 12. April 2009 um 20:13
Pardon, aber diese Diskussion kann ich schon lange nicht mehr nachvollziehen. So manchem Teilnehmer würde ich mehr Gelassenheit empfehlen. Was soll rigide Rechthaberei? Die Grundlage für eine lebendige Demokratie ist die pluralistische Meinungsvielfalt der Bürgerinnen und Bürger (auch in der Baukultur!). Warum soll die Architekturgestaltung für Neubauten auf kompromisslose Funktionalität und Bauhaushistorismus beschränkt bleiben? Muss die ideologische Großstadtfeindschaft nach dem Ersten Weltkrieg zwingend konserviert werden? Warum soll nicht auch eine Weitergabe von Wissen und Erfahrung der Planer und Architekten vor dem Ersten Weltkrieg möglich sein? Auch an die lebensfreundliche Vielfalt und Differenz der Jugendstilmoderne sollte wieder angeknüpft werden können. Wirkliche Rekonstruktionen werden sicher auf wenige Einzelfälle beschränkt bleiben. Die Geschichtslosigkeit nicht weiniger Planer und Architekten und die Unfähigkeit menschliche Stadträume zu gestalten hat meiner Auffassung nach hat den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer Rekonstruktion verlorener Bauten noch einmal verstärkt. Meiner Meinung steht eine intellektuelle Abrechnung mit dieser Unfähigkeit der heutigen Alltagsarchitektur noch immer aus. Vielleicht können einzelne Rekonstruktionsprojekte eine Neuerfindung von Architektur ermöglichen.
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