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Wilhelm von Boddien
Nachdenklic
schrieb am 24. März 2009 um 10:43
@Kreuzberger, werte Leser: Nun, die Antworten sind unten schon enthalten. Es geht auch nicht nur um die Stadt Berlin. Die Betrachtungen gehen tiefer, sind aber leicht nachzuvollziehen, sind offensichtlich.
Ich bin im Bilde, um was es Ihnen geht. Mit Preußen, – Aufklärung, - Humboldt, – Entdeckung und Forschung könnte der Hintergrund der Architektursprache legitimiert sein. – Vielleicht nur scheinbar?!
Werte Leser, informieren Sie sich doch, wann der Louvre entstand: http://deu.archinform.net/projekte/4391.htm
Der Inhalt der letzten Bauphasen im 19.Jh war hier, wie beim Originalbau schon, der Schaffung von repräsentativen Fassaden wie Räumen geschuldet. Es ging hier in nicht unwesentlichem Maße auch um die Betonung nationaler Größe! (ein gr. Thema des 19.Jh.) Sie ist damit auch Bestandteil einer Philosophie eines Rechtes des Stärkeren! – (Darwin/Nietzsche) Das sollte jedem vorgeführt werden! – Ein Wetteifern war ja hier schon immer zu beobachten, und erklärt einmal die Architektursprache.
Und diese gesellschaftlichen Erscheinungen bilden nun die direkte Grundlage zur Geschichte des 20.Jh., drastisch, und mit allen ihren Folgen. (Zugute halten kann man dem, dass man ja das Ende nicht absehen konnte, oder wollte)
Louvre und Tower haben ihre Berechtigung weil sie davon zeugen! Das Berliner Schloss hätte diese auch, wenn es nicht zerstört worden wäre. (wie übrigens auch der P.d.R.)
Selbst eine Totalrekonstruktion wird man nicht mit Geschichte füllen können, weil sie die Geschichte eben nicht hat, - das meint man abwertend wenn man von einem „Abklatsch“ spricht. Architektur ist eben auch abhängig von den Beweggründen ihrer Entstehung.
Diese Projekte sind doch nur ein Versuch sich in einer Welt zu positionieren, die unweigerlich zusammenwächst, bzw. immer stärker aufeinander trifft! – man möchte kein Teil des befürchteten „Breies“ werden. Doch an was knüpft man an?
Bsp.: Zitat von @Ernst Ludwig (Nr.1695):
„In Frankfurt freuen sich die Einheimischen wie die Touristen über den Römerplatz, wo vor zwanzig Jahren die völlig verschwundenen Fachwerkhäuser wieder aufgebaut wurden, demnächst sollen weitere Teile der Altstadt wieder auferstehen …“
@Mitte ins Herz!
Wenn es einem Architekten gelingt, Ihre Befürchtungen zu erfüllen, so liegt das nicht zuletzt auch daran, dass die Mehrheit einschließlich unserer Volksvertreter, nicht im Traum daran denkt einmal ein Buch oder gleich mehrere in die Hand zu nehmen, und sich in der Welt umzuschauen, um daraufhin sich eine fundiertere Meinung bilden zu können, die es erlaubt dem GUSTO eines Architekten Einhalt zu gebieten! Es tut mir Leid, wenn man den Ausführungen nicht folgen kann.
Man verzeihe mir auch, wenn der Diskussionsstil überhand gewinnt.