Gästebuch

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Wilhelm von Boddien

 

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Kreuzberger schrieb am 21. März 2009 um 22:37
Sie haben Ihre Präferenzen und Aversionen und Andere haben welche, die den Ihren konträr gegenüberstehen. So ist das nun mal. Was halten Sie von dem Argument, daß das zu erbauende Schloß nicht als Solitär betrachtet werden solte, sondern als städtebauliche Ergänzung, die eine Lücke in der historischen Bausubstanz westlich der Spree schließen wird? Ist es denn nicht sinnvoller, die östliche Straße unter den Linden, Zeughaus, Museumsinsel und Dom eben nicht mit einem modernen Gebäude zu konterkarieren. Vielleicht wollen die Touristen auch einmal ein komplettes Foto des alten Berlin schießen, ohne anschließend alle Neubauten herausretuschieren zu müssen? Ich hätte wirklich viel mehr aufrichtiges Mitleid mit allen, die die jetzige Lösung beklagen, wenn dieses Filetstück als letztes seiner Art zur Verfügung gestanden hätte. Dem ist aber nicht so. Warum konzentrieren sich Modernisten nicht auf das Marx-Engels-Forum, auf leerstehende DDR-Bauten nordöstlich des Alexanderplatzes oder auf eine der vielen Brachen zwischen Alex und Ostbahnhof? Weil sie von der historischen Mitte profitieren wollen! Von der Ausstrahlung der dortigen Bebauung, von dem ganzen Flair, das dort herrscht. Wenn man Ihnen ein paar Zähne einschlägt, beschweren Sie sich doch nicht, wenn Ihr Zahntechniker die Lücke unauffällig schließt. Oder würden Sie die fehlende Authentizität und Geschichte der neuen Beißer monieren und sich konsequenterweise einem spezialisierten Objektkünstler anvertrauen? Es geht um die Wiederherstellung eines städtebaulichen Ensembles und nicht um dessen nachhaltige Zerstörung.
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