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Wilhelm von Boddien

 

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Kreuzberger schrieb am 14. Februar 2009 um 22:59
In der Architektur als der Mutter aller Künste wimmelt es nur so von \"unnützem\" Beiwerk; betrachten Sie sich nur einmal das Zeughaus. Daran hat sich auch nie jemand gestört, bis die ästhetischen Verirrungen des Gründerzeithistorismus das Ornament als solches generell und zu Recht in Frage stellten. Wenn Sie Architektur nur auf ihre Funktion reduzieren wollen, haben Sie natürlich Recht. Sie selbst schlagen aber die Entwicklung neuer Ornamentformen vor. Natürlich ließen sich ethnologische Bezüge ornamental zu einem Südsee-Inka-Inuit-Gemisch verarbeiten. Manche Jugendstilarchitekten hätten vielleicht sogar überzeugende Entwürfe abgeliefert, aber unsere heutige Architektenzunft hat sich von ihren Wurzeln schon so weit entfernt, daß man froh sein kann, von ihnen nichts dergleichen erwarten zu müssen. Ein Architektenwettbewerb mit der Maßgabe, die Schloßhülle mit einem sinnvollen und \"bespielbaren\" Innenleben zu füllen, ohne gleich die verspielte Barockarchitektur bewußt zu konterkarieren, wäre m. E. die beste Lösung gewesen. In einem Punkt muß ich Ihnen allerdings Recht geben. Außereuropäische Kulturen wird man hinter diesen Fassaden nicht so schnell vermuten. Sinnvoller wäre es, dem Beispiel des Pariser Stadtschlosses zu folgen und die Räumlichkeiten zur Präsentation der jetzt noch im Abseits befindlichen Gemäldesammlung am Kulturforum zu nutzen sowie die ethnologischen Sammlungen in einem funktionalen Neubau auf dem Marx-Engels-Forum zu präsentieren. Meinetwegen auch in Form einer Maya-Pyramide, flankiert von Osterinsel-Skulpturen.
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