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Wilhelm von Boddien

 

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Prinz, Marco, 30, schrieb am 10. Juli 2002 um 12:22
Wenn man vom Brandenburger Tor die Strasse Unter den Linden hinaufgeht kann man sich an den vielen schönen Bauwerken aus einer längst versunkenen Zeit erfreuen: Die Humboldt- Universität, die Lindenoper, die Neue Wache, das Kronprinzenpalais, die Kommode... und natürlich auch Rauchs Denkmal Friedrichs des Großen: Sie stellen eine gelungene Stadtlandschaft dar, die sich durchaus mit denen anderer europäischer Städte messen kann.Und dann: Steht man auf der Schlossbrücke, blickt man auf einen Platz, der schäbiger und trostloser nicht sein kann.Meine gute Laune, die ich beim Anblick der Prachtfassaden stets bekomme, ist hier auf dieser Brücke wie weggeblasen.Es ist unbegreiflich und fast schon peinlich, dass unsere Bundeshauptstadt es in zwölf Jahren, die seit der Wiedervereinigung vergangen sind, nicht geschafft hat, diesem für die Nation so bedeutenden Platz seine Würde und Urbanität zurückzugeben.Aber nun ist es Dank vieler unermüdlicher Helfer gelungen, den Volkssouverän davon zu überzeugen, dass hierher nur das alte Schlütersche Stadtschloss passt- wenngleich auch nur als Teilrekonstruktion.Jegliche Alternative würde keine harmonische Gesamtkomposition herstellen, es würde letztlich nur der gleiche Fehler gemacht werden, der schon beim Bau des Palastes der Republik gemacht wurde.Gut, dass der Schlossplatz nicht denjenigen in die Hände fällt, die uns schon so triste Betonstädte wie Frankfurt am Main, Hannover, Offenbach, Hagen pp. beschert haben.Man kann auch im 21. Jhd. ein historisches Gebäude nachbauen ohne als phantasielos oder reaktionär oder rückwärtsgerichtet zu gelten.Es gibt genug Beispiele in Deutschland und im europäischen Ausland, dass Rekonstruktionen eine Stadt ungeheuer aufgewertet und natürlich auch sehenswerter gemacht haben.Hildesheim mit seinem Marktplatz und dem Knochenhaueramt5shaus dürfte sicherlich ein schöneres Ausflugsziel sein als Hannover.Nur Mut, Herr von Boddien- auch die größten Skeptiker werden eines Tages einsehen müssen, dass nichts und rein gar nichts eine Alternative zum Berliner Stadtschloss gewesen wäre.
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