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Wilhelm von Boddien
d.müller,45
schrieb am 2. Dezember 2008 um 9:59
Allen Schlossfreunden sei zum Thema nocheinmal die ausgezeichnete Broschüre von Guido Hinterkreuser "Das Berliner Schloss - mehr als nur Fassade" (Gesellschaft Berliner Schloss e.V.) ans Herz gelegt.Man sollte auch besonders das kritische Geleitwort von Prof. Dr. Andrzej Tomaszewski, polnischer Genralkonservator a.D. lesen, da dort "der Finger auf wunde Punkte gelegt wird", wie man so schön sagt.Mit Nörgelei haben die kritischen Standpunkte zu den Schlossentwürfen nichts zu tun, sie entspringen vielmehr der Sorge, dass es zu unglücklichen Kombinationen von originaler Wiederherstellung und brutal aufgepfropfter und seelenloser Moderne kommt und so das Ganze entwertet wird.Es ist leider war: Das Barockzeitalter hat nicht nur die grössten Musiker, sondern auch die grössten Architekten hervorgebracht und unser Zeitalter kann künstlerisch da nicht mehr mithalten, es wirkt in weiten Teilen kalt, unpersönlich und banal - warum das leider so ist, kann ich auch nicht erklären. Es liegt aber sicherlich nicht nur am industriellen Bauen...Daraus folgt für mich aber, dass ein so originalgetreuer Nachbau wie möglich stattfinden sollte, der auch wichtige Treppenhäuser und Innenräume erfasst. Für unvermeidliche Neugestaltung und Neunutzung bleiben dann noch genügend Räumlichkeiten (die ja auch 1945 nicht mehr den Zustand aus der Erbauungszeit des Schlosses hatten und nicht künstlerisch wertvoll waren).Ich finde es unglücklich, überhaupt einen Architektenwettbewerb zur "Neugestaltung" veranstaltet zu haben - warum das bei einem international bedeutenden Baudenkmal, wie dem Berliner Schloss so war, kann ich nicht nachvollziehen (siehe dazu auch Dresdner Frauenkirche).Vielleicht tut es dem Bauvorhaben nicht nur in finanzieller Hinsicht gut, wenn man es über einen längeren Zeitraum erstreckt und über vieles nochmal nachdenkt, mit schnell-schnell ist sicher nichts gewonnen...