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Wilhelm von Boddien
Matthias Walther
schrieb am 25. November 2008 um 19:48
Der Wiederaufbau ist viel zu sehr als "Deutschland-Prestigeobjekt" behandelt worden, dabei ist die Wiederherstellung eine längst überfällige Heilung einer Wunde im Stadtbild! Deshalb soll hier das Schloß der Hohenzollern in Berlin neu entstehen- nicht mehr und nicht weniger; triumphierender Kaiserstolz ist hier fehl am Platze (ich selber bin natürlich getreuer Anhänger der Wittelsbacher in München;-) Eine gewisse Demut wäre angebrachter. Es muss nun endlich begonnen werden, nicht nur wegen dem Schloß selbst- sonder auch wegen der Wiedergewinnung der historischen Mitte einer Großstadt. Also war die großangelegte Ausschreibung vielleicht sogar ein Fehler, der nur eine neue Plattform der Schloßgegener bietet? Für mich ist die mangelnde Teilnahme an dem Wettbewerb sowie die im SPIEGEL angedeutete Haltung der Architekten gegen die Fassadenrekonstruktion kein beweis der Offenheit und Weltgewandheit begnadeter Baukünsler, die doch dringend neu bauen müssen, weil dies Ihnen ihr Berufsstand anscheinend "vorschreibt", sondern diese Haltung der Architekten zeigt nur ermangelndes Einfühlunsvermögen in die historische Bausituation, eine Arroganz, sich solcher Projekte, die auch Rekonstruktion beinhalten, pauschal zu verschliessen; dies Verhalten zeigt ebenso mangelnde Phantasie gerade auch die Chance wahrzunehmen, genügend gestalterischen Freiraum bei dem neu zu gestalteten ersten Schloßhof sowie der Ostfassade (Mit möglichen, interessanten Neubauten gegenüber dieser Spreefront im Marx-Engels Forum) zu entdecken. Man wird in einigen Jahrzehnten froh sein über den originalgetreuen Wiederaufbau, genauso wie man es auch in München keine Sekunde bedauert hat, die Residenz wieder aufzubauen und herzurichten inclusive des herrlichen Hoftheaters, dem weltbekannten "Cuvillestheather". Man wundert sich heute darüber, dass es seinerzeit tatsächlich auch viele Gegenstimmen zum Wiederaufbau der Münchner Residenz gab! - genauso wie man sich eines Tages wundern wird, dass es Berliner Schlossgegner "gab", die vor allem aus der Befangenheit ihrer Zeit heraus urteilten und nicht den echten Mut aufweisen, nicht nur verkrampft an das moderne "Heute" denken zu müssen, sondern getroßt auch mal einen Blick ins Übermorgen zu werfen.........Mfg & Mut weiter durchzuhalten!