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Wilhelm von Boddien

 

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Walther, Matthias, 32 schrieb am 21. November 2008 um 23:00
Mit Skepsis erwarte ich die Entscheidung der Jury kommende Woche. Mir geht es um die Kuppel. Diese solle unbedingt originalgetreu rekonstruiert werden. Sie von der Fassadenrekonstruktion auszunehemen und eine neuzeitliche Kuppelgestalt sogar noch zu fördern, ist nur beweis zögerlicher Unentschlossenheit nach dem Motto: Naja wenn schon Rekonstruktion, dann doch noch ein bischen Offenheit einräumen, machen wir ein bischen modernistische "Reichstagskuppelei"! Was beim Reichstag richtig war und funktioniert, kann doch nicht als allgemeiner Heilsplan der Ängstlichkeit beim Schloß einfach mal schnell wiederholt werden! Hier muß man das Gesamtkunstwerk Berliner Schloß auch als Gesamtes behandeln. Die alte Kuppel war zwar keineswegs original und geschweigeden echt Barock, nein sie ist ein einfühlsames Werk des August Stülers, entstanden Mitte des vorletzten Jahrhunderts. Herausragend ist, wie sehr es Stüler damals gelungen war, eine barochklassizistische Kuppel über dem Portal zu errichten, die zwar Bezug nimmt zur bereits um 1740 geplanten Kuppel Eosanders (die übrigens weit höher und reichhaltiger ausfallen sollte, als die Kuppel des 19.Jahrhunderts), aber dennoch neue, eigenständige Aktzente der Zeit der Schinkelschule zu setzen vermochte. Genau dieser Spagat, etwas Neues im Sinne des Alten oder Geplanten zu errichten, war eine Leistung, die der Historismus noch vollbringen konnte, die Moderne kann es aber keinesfalls! Gewollte und doch so unendlich verkrampfte "Brüche" herbeizuführen, wie nun durch eine moderne Kuppel, zeugt für mich nicht von gelassener Größe, sondern von kleinkarierter Ängstlichkeit, das historische Gesammtbild mit der alten Kuppel aus "Architectural Corectness" einfach nicht wollen zu dürfen. Mit freundlichen grüßen aus München M. Walther
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