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Mannhart 49 schrieb am 12. November 2007 um 12:01
Natürlich hat man nichts gegen moderne Architektur, wenn sie denn tatsächlich spektakulär anmutet, wie etwa der zerborstene Davidstern des Neuen Jüdischen Museums in Berlin von Daniel Libeskind oder das Guggenheim-Museum in Bilbao von Frank O’Gehry, aber das sind leider absolute Ausnahmen. Und sie stehen auch nicht an sonderlich historischen Orten im Unterschied zum Hohenzollernschloss in Berlin. In der Alltagsarchitektur kommt die Postmoderne i. d. R. allzu nüchtern, kalt, abweisend, phantasie- und gesichtslos und schlichtweg öde daher. Wie das 'Ei' auf dem Reichstag, ein Mahnmal dafür, wie Architekt, der von Kunsthistorie keine Ahnung hat, mit Leichtigkeit und dabei ohne jegliche Sensibilität fürs historische Original und bei geringem (denkerischen) Aufwand ein erstklassiges, historisches Gebäude der Lächerlichkeit preisgibt.So ein 'Ei' hätte jeder da draufsetzen können, nicht nur Stararchitekt Norman Foster. Und wenn wir hier schon Verallgemeinerungen anprangern, sollten wir die schlimmste Form davon, nämlich das absolute Diktat moderner Zeichensprache in der heutigen Architektur überall und an jedem Ort und in jedem städtebaulichen und stilistischen Zusammenhang auf Rang eins der Bestenliste setzen.Dieses Diktat ist auch der Grund dafür, warum landauf, landab in 99 von 100 Fällen der Mut zur vollständigen historischen Rekonstruktion fehlt (rühmliche Ausnahme: Dresdens Frauenkirche), aus Angst sich die Wiederbelebung unseliger Ideologien der deutschen Geschichte unterstellen lassen zu müssen. Dabei geht es einem einzig und allein um die Wiederherstellung städtebaulicher Ästhetik an einem historisch einzigartigen Ort nicht nur der Hauptstadt, sondern ganz Deutschlands, der durch Krieg und noch mehr durch die folgende SED-Herrschaft in seiner kulturgeschichtlichen Bausubstanz und seinem historischen Grundriss vernichtet wurde.
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