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Sarski, Manfred, 41 schrieb am 1. Februar 2007 um 13:53
Der Bund empfiehlt unter Sparzwang einen Schlossneubau ohne Kuppel und mit Zitaten des "Republikpalasts" auf der Ostseite zur Spree? Na prima, Sparen ist sicherlich eine Tugend und im konkreten Fall auch wirklich angebracht, man kann damit aber auch die Ästhetik des geplanten Schlossneubaus verhunzen. Gerade die Ostseite ("Apothekerflügel") war die spannendste Fassade des Stadtschlosses, die teilweise noch an das alte Renaissance-Schloss erinnerte im Gegensatz zu den drei anderen einheitlich barock-klassizistisch gestalteten Fassaden am Schlossplatz, der Schlossfreiheit und auf der Nordseite zum Lustgarten. Haben es die "Schlosshemmer" immer noch nicht verstanden?!? Es geht an diesem geschundenen Ort in der Mitte Berlins einzig und allein um die Wiederherstellung einer baulichen Ästhetik, die sich hier über beinahe fünf Jahrhunderte entwickelt und als die Beste herausgestellt hatte, bis sie von SED-Kulturbarbaren weggebombt wurde. Und daran soll erinnert werden?Nicht zuletzt die gruseligen Entwürfe namhafter, zeitgenössischer Architekten von Weltruf, wie bspw. Sir Norman Foster, die ein Ideenwettbewerb zur Bebauung des Berliner Schlossareals auf Basis des historischen Grundrisses Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hervorgebracht hatte, haben eindeutig gezeigt, dass der Formensprache unserer Zeit eben nichts Besseres und damit keine Alternative zur hundertprozentigen Rekonstruktion der äußeren Gestalt des Berliner Stadtschlosses einfällt. Wir sollten beim Schlossneubau keine faulen Kompromisse eingehen! Da die Entscheidungsträger sich endlich zu einer Rekonstruktion der historischen Gestalt durchgerungen haben, sollte diese auch vollständig sein und nicht - wie jüngst vorgebracht – ein bisschen Schloss und ein bisschen "Palast der Republik". Und wie prickelnd wird die Silhouette des wiedererrichteten Schlosses ohne historische Kuppel sein? In diesem Zusammenhang sei nochmals auf den äußerst empfindlichen städtebaulichen Kontext hingewiesen, in dessen Mitte sich der Schlossbau befand, quasi als Keimzelle der städtebaulichen Entwicklung in Richtung zum Brandenburger Tor ("Unter den Linden") und über den Lustgarten in Richtung Museumsinsel. Die Wiederherstellung dieses historischen Zusammenhangs ist fast noch wichtiger als die Schlossrekonstruktion selbst.
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