„Humboldt Forum öffnet endlich für Besucher“

16.06.2021 – Berliner Morgenpost

Von Isabell Jürgens

Mehrfach wurde die Eröffnung verschoben. Teilbereiche sollen ab 20. Juli zu besichtigen sein. Einige Bereiche kosten Eintritt.

Berlin. Ursprünglich sollte die Eröffnung des Humboldt Forums zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt im September 2019 gefeiert werden. Nach Problemen mit der Klimaanlage und durch die Corona-Pandemie hatte sich die Eröffnung des Humboldt Forums jedoch immer wieder verschoben. Nun soll es endlich so weit sein: Am Dienstag entschied der Stiftungsrat der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, dass erste Bereiche im Inneren des Gebäudes am 20. Juli ab 14 Uhr öffentlich zugänglich werden. Doch obwohl der Eintritt in das 677-Millionen-Euro teure Bauwerk generell frei sein soll, werden gleich mehrere Ausstellungen kostenpflichtig sein.

Am 20. Juli öffnet zunächst das Erdgeschoss sowie das erste Obergeschoss mit insgesamt sechs Ausstellungen. In der Passage und im angrenzenden Treppenhaus wirft die Präsentation „Einblicke. Die Brüder Humboldt“ Schlaglichter auf das Wirken der Namensgeber Wilhelm und Alexander von Humboldt und schafft Verbindungslinien zu den Prinzipien des Humboldt Forums. Diese Bereiche können kostenlos besucht werden.

Humboldt Forum: Zwölf Euro für die Elfenbein-Schau im Erdgeschoss

Die Auftakt-Sonderausstellung im Erdgeschoss, „Schrecklich schön – Elefant. Mensch. Elfenbein“ wird dagegen Eintritt kosten, wie Michael Mathis, Sprecher der Stiftung der Berliner Morgenpost bestätigt. Die Ausstellung, die die „Beziehung von Mensch und Elfenbein in einer umfassenden, kritischen Auseinandersetzung, die auch ein Diskurs- und Filmprogramm umfasst“, darstellt, soll Mathis zufolge zwölf, ermäßigt sechs Euro kosten. Auch die Ausstellung „Nimm Platz!“, in der Kinder zwischen drei und zehn Jahren mit ihren erwachsenen Begleitpersonen die Kulturtechnik des Sitzens spielerisch erkunden können, wird Eintritt kosten. Kinder und Jugendlich bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt, Erwachsene zehn Euro, ermäßigt fünf Euro.

Im ersten Obergeschoss öffnen zeitgleich zwei Ausstellungen. „Nach der Natur“ der Humboldt-Universität zu Berlin, die anhand einer Vielzahl von Stimmen aus der wissenschaftlichen Forschung die gewaltförmigen Auswirkungen menschengemachter globaler Umweltveränderungen thematisiert, wird gratis besucht werden können. Die zweite Schau mit den Titel „Berlin global“ wird dagegen nach der Eröffnungsphase von 100 Tagen kostenpflichtig sein. Dafür sei eigens „ein neues, soziales und solidarisches Modell etabliert worden“, informiert Franziska Schönberner, Sprecherin der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH, die die Schau zusammen mit dem Stadtmuseum Berlin gestaltet haben. Der reguläre Eintrittspreis beträgt nach den ersten hundert Tagen sieben Euro. Der Eintritt bleibt danach kostenfrei für Personen unter 18 Jahren sowie für Studierende, Azubis, FSJ/BFD, ALG-Empfangende, Inhaber des Berlin-Passes und Schwerbehinderte. Die interaktive Ausstellung zeigt anhand von sieben Themenräumen – Revolution, Freiraum, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode und Verflechtung – Verbindungen zwischen Berlin und der Welt.

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 16.06.2021

 

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