Gründerszene

Im Zeitsprung von Portal zu Portal: Die Intendanz für das Humboldt Forum stellt sich vor

Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss ist nicht nur Deutschlands wichtigstes Kulturvorhaben, es ist auch baulich gewaltig. Welcher Ort böte einen besseren Überblick für die neue Gründungsintendanz als der Balkon des ehemaligen DDR-Staatsratsgebäudes gegenüber der Baustelle, welches heute die European School of Management and Technology beherbergt. Gemeinsam sind sie Honeckers alte Stufen hinaufgestiegen: Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihr Intendanten-Triumvirat: Neil MacGregor, (Noch)-Direktor des British Museum und bald Kopf des Gremiums, der Kunsthistoriker Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität und SPK-Präsident Hermann Parzinger. Von Portal zu Portal, vom größten noch erhaltenen Stück des alten Schlosses geht ihr Blick auf den künftigen Eingang des Humboldt Forums unter der Kuppel.

Durch das mächtige Portal III, das Foyer, den Kubusraum, der die Häuser der Südsee aufnehmen wird, und den Zentralasien-Flügel im dritten Geschoss hatte die Staatsministerin zuvor über die Baustelle geführt und damit Neil MacGregor zum Staunen gebracht: „Der Rohbau des Humboldt Forums ist wirklich spektakulär! Eine so große Beziehung zur Stadt hätte ich nicht erwartet. Besonders beeindruckt haben mich aber auch die Sonderausstellungsbereiche und der Multifunktionsraum mit seinem herrlichen Ausblick. Berlin ist eine kosmopolitische Weltstadt und die Gelegenheit, die Sammlungen neuartig zu präsentieren und mit Kuratoren aus aller Welt gemeinsam zu erforschen – eine solche Gelegenheit existiert nirgendwo.“

Die Intendanz weiß, was vor ihr liegt: „Wir müssen jetzt die Bespielung des Erdgeschosses mit seinen Sonderausstellungsflächen, dem Bühnensaal, dem Multifunktionssaal und dem Programmkino planen und mit den Freiflächen der Museumsetagen verknüpfen“, so Hermann Parzinger. „Wichtig ist auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Land Berlin, damit aus dem Humboldt Forum wirklich eine Einheit wird.“ Nicht zuletzt gilt es auch, eine Struktur für den Betrieb zu entwickeln. Horst Bredekamp setzt vor allem auf Neugier: „Ich wünsche mir eine große Besucherbeteiligung und die Entwicklung von Ausstellungsformaten, die so nicht erwartet werden.“

(von Stefan Müchler)

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