Die Rekonstruktion der historischen Fassaden (III)

Die Fassaden entstehen in alter Bildhauertradition

Wie vor dreihundert Jahren entstehen die Schlossfassaden nach alten Regeln: Zunächst wird jedes Detail in Ton modelliert. Früher wurde das Modell dann mit einem Trennmittel, zumeist Schellack, eingepinselt und dann direkt mit Gips abgeformt. Heute macht man es anders: Das Tonmodell wird mit hochwertigem, flüssigem Silicon bestrichen.

Foto: Bildhauer Frank Kösler, Berlin

Adlermodell aus dem Mezzanin der Schlüterfassaden. 40 verschiedene Adler werden in Ton modelliert und schließlich zur Abformung mit Silikon bestrichen.

Nach dem Trocknen sitzt dieses wie eine passgenaue Gummihaut und ist sehr biegsam. Deswegen wird vor der Abnahme ein Gipskorsett gegen die Silikonhaut gebaut, dass die Form nach der Abnahme stabil hält. Erst dann erfolgt die Übertragung in Sandstein. Der Weg hat sich durch den technischen Fortschritt und bessere Materialien geändert, aber der historische Dreiklang mit Tonmodell, Gipsmodell und Sandsteinausführung ist geblieben.

Die Großaufnahme von Portal V im Schlüterhof zeigt die ganze Schönheit Schlüterscher Architektur. Er war Bildhauer und Architekt zugleich und wurde deswegen nicht von ungefähr der „Deutsche Michelangelo“ genannt.

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