Der Freundeskreises München zu Besuch bei KUKA in Augsburg

Der Freundeskreis München im Förderverein Berliner Schloss e.V. veranstaltete am 18. Juli eine spannende Exkursion nach Augsburg:

Auf dem Programm stand eine Betriebsführung bei KUKA, dem führenden Hersteller von Industrierobotern. Vor zwei Jahren, beim Besuch des Natursteinwerks Graser in Bamberg, konnten die Münchner Schlossfreunde einen Fräsroboter in Aktion sehen, der verschiedene Schmuckelemente für die Berliner Schlossfassade aus dem Sandstein freilegte bzw. herausfräste. In Augsburg galt nun das Interesse der Herstellung, der Steuerung und Mechanik dieser Roboter.

 

Herr Dr. von Tiesenhausen (Business Developement Manager Medical Robotics, Division Healthcare) führte in die vielfältige Unternehmensgeschichte der Firmengründer Keller und Knappich seit dem Jahre 1898 ein. Aus den Anfangsbuchstaben im Telegrammkürzel aus „Keller und Knappich Augsburg“ entsteht KUKA und diese Kurzform sollte zur Marke werden.

Die Bandbreite der Produktionslinien beginnt mit Innovationen in der Schweißtechnik, über Rundstrickmaschinen, Kommunalfahrzeuge wie z. B. orangefarbene Müllwagen (daher heute die KUKA Roboter in Orange!), die Kleinstschreibmaschine „Princess“. Die erste Schweißtransferstraße mit Robotern wird 1971 für Daimler-Benz gebaut, 1973 wird FAMULUS, der weltweit erste Industrieroboter mit 6 elektronisch angetriebenen Achsen entwickelt, 1996 erfolgt die erste offene PC-basierte Steuerung von Robotern und 2007 kommt der größte und stärkste 6-Achs-Industrieroboter der Welt, der „TITAN “ auf den Markt. Eine neue Robotergeneration wird 2013 mit dem ersten industrietauglichen Leichtbauroboter, dem LBR iiwa, entwickelt.

 

Der KUKA KMR iiwa in der Produktionshalle (Foto: KUKA Roboter GmbH)

 

In der Fertigungshalle sahen wir den großen TITAN-Roboter sowie den Leichtbauroboter in Aktion, wie sie andere Roboter automatisch zusammenbauen. Von Menschenhand werden nur noch die Schrauben eingesetzt und festgedreht.

 

Der KUKA flexFELLOW (Foto: KUKA Roboter GmbH)

Einen Einblick in die Produktion von Industrierobotern gab uns Herr Alexander Bay, der uns  über den Einsatz von Fräsrobotern informierte: Kernstück zwischen den eingescannten Fassadenelementen und der gesteuerten Roboter-Frästätigkeit durch den Computer ist die Programmierung der Software. Die hochpräzisen Roboterfräsen gehören zur Kernkompetenz von KUKA. Von den ca. 2000 Augsburger Beschäftigten arbeiten über 500 Mitarbeiter in der Erstellung von Computerprogrammen zur Steuerung der Roboter.

Als besonders beeindruckend erwies sich der Besuch im STIMULATE–Center, wo uns der Einsatz der Medinzinrobotik in der Orthopädie, der Chirurgie und in der Radiologie erläutert wurde. Der OP-Saal der Zukunft wird mit einem taktilen Fußboden, einer flexiblen Liege, einem großen bildgebenden Roboter und einem Leichtbauroboter mit Bedienpanel für den Arzt ausgestattet sein. Der KUKA Quantec-Roboter als Komponente des „Siemens ARTIS pheno – Röntgensystem“ ermöglicht schnelle und exakte Röntgenuntersuchungen von Blutgefäßen durch einen C-Röntgen-Bogen, der sich in hoher Geschwindigkeit um den Patienten dreht. Dieser Medinzinroboter dient künftig der minimal-invasiven Chirurgie, der interventionellen Radiologie und Kardiologie.

Mit dem Leichtbauroboter LBR Med wurde KUKA 2018 die wichtigste internationale Auszeichnung in der Robotik, der IERA Award, verliehen.

 

Schlossfreunde vom Freundeskreis München bei KUKA in Augsburg

 

Wir danken KUKA und seinen Mitarbeitern für die Führung, die uns auch Einblicke in die hohe Qualität deutscher Ingenieurskunst gezeigt hat. Wir sind nachhaltig beeindruckt und entsprechend auf die Weiterentwicklung gespannt, besonders im Hinblick mit den chinesischen Firmenteilhabern.   

 

Der Goldene Saal vom Rathaus Augsburg

 

Anschließend begaben sich die Münchner Schlossfreunde in den Goldenen Saal des Augsburger Rathauses, wo uns der Restaurierungsarchitekt Herr Ernst Götz die Baugeschichte des Rathauses und insbesondere den Wiederaufbau des Rathaussaales erläuterte. (Über die Qualität der Restaurierung kann man geteilter Meinung sein.)

Der Exkursionstag wurde bei Kaffee und Eis gemütlich in Augsburg beendet.

 

Text und Fotos (2): Karin von Spaun, Leitung des Freundeskreises München im Förderverein Berliner Schloss e.V. 

 

 

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