Das Schloss im Bau (Teil I)

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Das Berliner Schloss vor der Zerstörung. Westfassade zu den Linden hin

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Das Berliner Schloss im April 2016. Westfassade zu den Linden hin

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Bauzustand Mitte April 2015

Schloss- und Rohbau: die Kuppelfassade Eosanders

Herausforderung Schlosswiederaufbau

Eine glückliche Halbzeit!

von Wilhelm von Boddien

Berliner_Extrablatt_Ausgabe-85_gesamt_Seite_03_Bild_0001Man reibt sich die Augen, wie schnell der Aufbau der Schlossfassaden vorankommt, jetzt ist es erst ein Jahr her, das damit begonnen wurde. Noch vor wenigen Jahren prophezeiten „Allwissende“, angesichts „mangelnder Fachkapazitäten“ bei Steinmetzen und Bildhauern sowie der „riskanten Spendenlage“ würde der Schlossbau sich mindestens bis 2180 hinziehen! Jedoch schon am Jahresende werden die äußeren Fassaden bis zum Hauptgesims fertiggestellt sein. Alle Portale sind dann im Bau. Wir rechnen weiterhin damit, dass der Schlossbau einschließlich Verputz Anfang 2018 beendet werden kann. Das schönste Kompliment machte ein Berliner beim Richtfest unserem Architekten Prof. Franco Stella. Es sei bewundernswert, mit welchem Einfühlungsvermögen er sich in die städtebauliche Situation der Berliner Mitte hineingedacht habe. Auf einmal täten sich wunderbare Sichtachsen auf, die man vorher nie so wahrgenommen habe, so z.B. aus dem ersten Stockwerk des Schlosses im Portal V am Lustgarten der wie in einem Bilderrahmen erscheinende Blick auf die Alte Nationalgalerie am Dom vorbei. Zu diesem Erlebnis gratulierte ich ihm, musste ihn aber doch darauf hinweisen, dass das Schloss zentimetergenau in seiner alten Gestalt in die Topo grafie der Mitte von Franco Stella wieder eingepasst worden ist. Und so wird umgekehrt ein Schuh daraus: In dem schon 150 Jahre alten Schloss stand um 1850 der Architekt der Nationalgalerie zusammen mit König Friedrich Wilhelm IV und sie verabredeten, die Nationalgalerie gerade deswegen dorthin zustellen!

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2016, Halbzeit: Die Baustelle zeigt jetzt deutlich die Konturen des Berliner Schlosses. Dank der Hilfe unserer unzähligen Spender können wir nun 57 Millionen Euro an Spenden zur Verfügung stellen. 48 Millionen Euro fehlen aber immer noch. Das entspricht 120.000 Spendern, die uns einmalig 400 Euro zur Verfügung stellen – oder vier mal 100 Euro, alles steuerlich absetzbar! Das muss doch zu schaffen sein!

(Foto: euroluftbild.de / Süddeutsche Zeitung Photo)

Das Schloss aus fast derselben Perspektive 1937

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Die Sichtachse zur Nationalgalerie

Schloss- und Rohbau: die Schlossplatzfassade

Die Rückkehr des Neptunbrunnens ist noch nicht gesichert

Das Berliner Schloss im Jahr 2019, Schlossplatzfassade mit dem Neptunbrunnen

Das Berliner Schloss im April 2016, Schlossplatzfassade

Das Berliner Schloss vor der Zerstörung, Südostfassade mit Neptunbrunnen, Portal I, Eckrondell und Marienkirche

Das Berliner Schloss im April 2016, Südostfassade, Portal I, Eckrondell und Marienkirche

Bauzustand Mitte April 2015

Das Berliner Schloss im Jahr 2019, Schlüterhof mit Domkuppel

Das Berliner Schloss im April 2016, Schlüterhof mit Domkuppel

Bauzustand Mitte April 2015

Das Berliner Schloss von den Linden aus im Jahr 2019

Das Berliner Schloss vom Kupfergraben aus im April 2016. Wegen der hohen Bauzäune der U-Bahn-Baustelle wurde der Standort für das Foto ein wenig verändert

Bauzustand Mitte April 2015

24 Kommentare zu “Das Schloss im Bau (Teil I)

  1. Jetzt noch der Wiederaufbau von Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal, dann ist die Umgebung mit dem Neptunbrunnen eine echte Augenweide

  2. …aber diese unsägliche Rückseite! Warum muß überall mit Gewalt noch etwas „Modernes“ mit rein? Das wirkt so, als will man in diesem Fall den Freunden und Befürworten des Schlosses noch einen mitgeben, weil man den Wiederaufbau schon nicht verhindern konnte.

  3. Das hat ein bißchen was Wahres – ist aber von Anfang an geplant gewesen – ich denke um eine bessere Einheit mir der inzwischen modernen Randbebauung zu erzeugen. Stellas Entwurf und Umsetzung kann man getrost als geringstes Übel betrachten…

  4. Jetzt noch Schinkelsche Bauakademie wiedererrichten. Auch das Haus Vaterland hätte etwas. Leider ist die Fläche mittlerweile belegt

  5. Schön ist das nun wirklich nicht. Da hätte ein heutiger Architekt was schöneres und praktischeres gebaut. Aber so ist die Zeit: Zurück zu den Symbolen des Nationalismus. Armes Deutschland

  6. Christopher, über diese Frage wurde in Deutschland 20 Jahre diskutiert. Jetzt ist das Schloss fast fertig. Irgendwann ist auch mal gut.

  7. Davon wird es aber auch nicht schöner und sollten uns vor Augen halten was damit getan wurde und welche Zeichen gesetzt worden sind. Da hilft kein unter den Teppich kehren sondern nur Aufarbeitung: Warum und wer wollte es!!!!!

  8. Die Barocke Fassade inklusive Eosanderportal und Kuppel wird wahrscheinlich wieder ein Wahrzeichen von Berlin werden (wie die Frauenkirche in Dresden). Bei dem Anblick der modernen Fassade von der Wasserseite werden die meisten eher entsetzt sein.

  9. Ist jemanden schon mal aufgefallen das alle Populisten die Vergangenheit glorifizieren und sagen früher war alles besser. Wenn wir nun das Stadtschloss, die Frauenkirche oder auch in Postdam das Gebäude wir aufbauen bestätigen wir genau das was diese Populisten bestätigt haben wollen. Architektur ist auch politisch!!!!

  10. Nicht jeder der Monumente oder Architektur aus vergangenen Epochen schön findet oder bewundert ist ein Populist. Es ist ein wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte. Aber leider geht man in Deutschland sehr ungnädig mit der Geschichte um.

  11. … dies ist doch Satire – oder sollte so etwas wirklich ernst gemeint sein ???? (Quelle : Förderverein Berliner Schloss: Schlossdebatte) Berlin = Gesamtkunstwerk, wer denkt sich denn so etwas völlig Absurdes aus. Man nimmt einer Stadt, die sich zu einer Metropole entwickeln will, eine Chance Modernität zu zeigen. In Beton gegossene Nostalgie.

  12. Joachim Schlick : Ihre Aussage allein ist populistisch. Sie verknüpfen da zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Es handelt sich hier um ein Beton-Neubau, der aussieht wie ein ehemaliges Schloss. Das hat nichts damit zu tun, ob man historische Architektur gut findet oder nicht – und dieser Neubau ist keine Kulturgeschichte ! Architektur ist politisch – gerade solche Prunkbauten (egal welcher geschichtlichen Epoche )

  13. Despite some Germans who don’t like historic building to return to their rightous place, I do encourage projects like this!

  14. Großartige Leistung! Das Bauwerk ist schöner als vor der Zerstörung. Tradition ist nicht Reaktion. Die Miesen Kommentare sind deutscher als deutsch. Merken diese Leute eigentlich nicht, wie urdeutsch sie sind und wie weit sie sich damit selbst bloßstellen? Kulturelle Identität ist die Grundlage ethnischen Bewußtseins. Die Zerstörung von Kulturdenkmälern ist ein Kriegsverbrechen!

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