Berliner Schloss-Freunde besuchen die Große Wappenkartusche in Weißensee

Überwältigend: Stefan Fittkau an einem Flügel der 8 Meter breiten Wappenkartusche.

Was für meisterliches Handwerk! Nur wenige Tage, bevor die Große Wappenkartusche als letztes großes Schmuckelement an der Westfassade am Eosanderportal des Berliner Schlosses ihren Platz einnehmen wird, bekamen die Schloss-Freunde vom Freundeskreis Berlin die Gelegenheit, das Meisterstück zu besichtigen:

Stefan Fittkau begrüßte die Gäste in seinem Büro der Firma und berichtete über ihre nunmehr fast 100-jährigen Erfolgsgeschichte.

Dann gab es viele interessante Details zur Geschichte und zu den handwerklichen Arbeiten der Großen Wappenkartusche:

Die Wappenkartusche hat zusammengebaut eine Größe von etwa 8 x 8 Metern und eine Tiefe von 2,50 Metern und wird über 5 Tonnen wiegen. Sie wird für die nötige Stabilität von einer aufwändigen Unterkonstruktion, einem Tragwerk aus speziellem Edelstahl gestützt. Die Fertigung der Wappenkartusche war um einiges schwieriger als die der Laterne vom Berliner Schloss, die ebenfalls bei der Firma fittkau gefertigt wurde, wegen ihrer 3-D-Kubatur.

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Berliner Schloss-Freunde besichtigen die Arbeiten an der Großen Wappenkartusche in der Firma fittkau metallgestaltung in Berlin-Weißensee.
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Im Moment werden an der Wappenkartusche noch letzte Arbeiten erledigt wie das Schließen und Verschweißen der Rückwand mit einzelnen Kupferplatten.

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Fast fertig: Die Große Wappenkartusche für das Berliner Schloss wird in der Werkstatt der fittkau metallgestaltung in Berlin-Weißensee komplettiert.

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Insgesamt stecken etwa 30.000 Stunden Arbeit in dem einzigartigen Kunstwerk. Die Kosten für die Wappenkartusche belaufen sich auf 2 Millionen Euro, die über Spenden überwiegend vom Förderverein dafür eingegangen sind.

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>> Wie die Große Wappenkartusche ans Berliner Schloss kommt: 

Die Kartusche wird in mehreren Einzelteilen transportiert, also das Hauptteil (liegend, ca. 5 m breit), die Flügel, die Palmwedel, der Ordensstern und die Krone. Am Morgen des 3. April fahren mit Polizeibegleitung mehrere LKW mit den Einzelteilen von Weißensee zum Schloss nach Berlin-Mitte. Hier werden dann die Flügel und die Palmwedel verschraubt.

Die fast 2 Meter große vergoldete Krone mit Kreuz soll als Krönung die Große Wappenkartusche vollenden.

Am 4. April soll gegen 09/10 Uhr die Kartusche (das Hauptteil) in die Senkrechte aufgerichtet werden. Sie wird dann per Kran hochgehoben und an den vorbereiteten Befestigungspunkten „wie ein Bild aufgehängt“. Dabei halten spektakulär drei 1.000-Liter-Wassertanks als Gegengewicht mit einer Spezialkonstruktion bzw. einem eigens gefertigten Gestell die Kartusche in der Senkrechten.

Zwei Spezial-Teams begleiten die Hängung und kümmern sich um die Befestigung. Wenn das Gestell entfernt wurde, wird der Ordensstern eingehangen. Zuletzt – als Krönung! – soll die vergoldete Krone aufgesetzt werden. Einzig der Wind als größter Feind könnte das Vorhaben noch ins Wanken bringen.

Die Berliner Schloss-Freunde waren beeindruckt – nicht nur von der Größe der Wappenkartusche, dem Material, den Konstruktionen oder der Logistik, sondern vor allem vom Handwerk. Die Freunde waren mehr als dankbar, dass sie das Werk in seiner Schönheit aus nächster Nähe betrachten durften und werden beim Anbringen an der Westfassade des Schlosses am 3. und 4. April natürlich mit dabei sein.

>> Wir vom Förderverein drücken die Daumen, dass alles wie geplant läuft und wir uns mit allen Schloss-Freunden in Kürze über das handwerkliche Meisterstück an der Westfassade erfreuen können!

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>> Alle Fotos: Gritt Ockert, Förderverein Berliner Schloss e.V.

 

 

 

 

4 Kommentare zu “Berliner Schloss-Freunde besuchen die Große Wappenkartusche in Weißensee

  1. Beeindruckend war schon allein die Wucht der noch liegenden Kartusche, ihr fast filigraner Unterbau und die Präzision der beherrschenden Teile, wie Krone oder Adler. Ein einmaliges, nie wieder mögliches Naherlebnis. Ich werde jedes mal daran denken, wenn ich später: „unten“ an ihr vorbeigehe. Danke Herrn Fittkau und seinen Mannen..

  2. Eines der größten Highlights des Fassadenschmucks vollendet nun Portal 3.
    Chapeau, die Firma Fittkau hat uns schon am Boden in ihrer Werkstatt mit ihrem Meisterwerk überzeugen können, meine hohen Erwartungen wurden sogar übertroffen!

  3. Ich kann eigentlich nur sagen, das ist eine absolut unglaubliche Leistung. Die Fa. Fittkau hat eine absolute Meisterleitung abgeliefert. Es bestätigt meine Meinung, dass viele Architekten der heutigen Zeit besser aufhören sollten. Sie können es schlicht und ergreifend nicht.

  4. Großartig ist das was die Handwerker der Firma Fittkau geleistet haben. Berlin kann froh sein, dass es solche echten Künstler hat.

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