Am Pfingstmontag in der ARD: „Das Humboldt Forum – Ein Schloss für Berlin und die Welt?“

Die Kontroverse um das Berliner Prestigeprojekt Humboldt Forum reißt nicht ab. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich längst nicht mehr auf das Vorhaben, eine weltoffene Kulturstätte nach dem Vorbild ihres Namengebers zu sein – allein schon die Frage nach der Zukunft der Ausstellungsobjekte, die in Zusammenhang mit kolonialen Verbrechen stehen, überschattet die geplante Eröffnung im Spätsommer 2021.

Mit ihrer Reportage „Das Humboldt Forum – Ein Schloss für Berlin und die Welt?“, die im Auftrag des rbb von Berlin Producers für Das Erste produziert wurde, leisten Dag Freyer und Friederike Schlumbom einen filmischen Beitrag zur aktuellen Debatte.

>> Die Reportage „Das Humboldt Forum – Ein Schloss für Berlin und die Welt?“ läuft am Pfingstmontag um 15:50 Uhr in der ARD. (Foto: rbb)

Das Großprojekt auf der Museumsinsel war von vielen Fragen begleitet: Warum der historisierende Neubau eines Schlosses im Herzen der Hauptstadt, an einer Stelle, wo einst der Kaiser residierte und später die DDR den Palast der Republik errichten ließ? Welche architektonischen Herausforderungen galt es beim Bau auf sandigem, märkischem Grund zu bewältigen? Welches Konzept gibt es für die Nutzung? Welche Player mit zum Teil widerstreitenden Interessen sind daran beteiligt? Und was ist mit den Objekten, über deren Provenienz seit Monaten in den Feuilletons erbittert gestritten wird?

Der Film zeichnet die Genese des Humboldt Forums nach, gibt einen Vorgeschmack dessen, was Kulturinteressierte erwarten dürfen und führt zu den Ursprüngen einiger ausgestellter Objekte.

In ihrer Langzeitbeobachtung lassen die Autoren nicht nur beteiligte Akteure zu Wort kommen, sondern geben auch den Stimmen Raum, die bezogen auf das Thema Restitution, einen Perspektivwechsel einfordern: „Manchmal ist der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert“ – so äußert sich Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, der künstlerische Leiter des SAVVY Contemporary, zu dem aus seiner Sicht fehlgeleiteten Konzept des Forums.

Ähnlich problematisch sieht Jonathan Fine, der Leiter des Ethnologischen Museums, dessen Sammlungen, aber: „Sie sind da und wir müssen jetzt entscheiden, wie wir damit umgehen.“ Auch dieser Frage gehen die beiden Filmemacher nach. Das Resultat ist, wie das Humboldt Forum selbst, ein Zeugnis von Widersprüchlichkeiten und individueller Visionen.

 

Der 60-minütige Film wird am Pfingstmontag, 24.05.2021 um 15:50 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Produzent: Berlin Producers, Autoren: Dag Freier/Friederike Schlumbom, Redaktion: Ute Beutler/ARTE-Beteiligung

 

 

Textquelle: Zoom Medienfabrik GmbH; Foto: rbb

 

Mehr Informationen: www.daserste.de

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