Zeitreise mit dem Timescope in die Geschichte des Schlossplatzes

Zeitreise – mit dem „Timescope“ in die Geschichte des Schlossplatzes

Eine Reise durch Zeit und Raum. Nicht geringeres verspricht ein kleiner, unscheinbarer Apparat, der seit gestern an der Schloßbrücke Unter den Linden steht. Die auf einer mannshohen Säule montierte schwenkbare Box sieht aus wie ein Fernsichtgerät, wie man es von touristischen Aussichtspunkten kennt. Doch statt in die Ferne schaut man im „Timescope“ am Schloßplatz in die Vergangenheit. Das Gerät ist eine Neuentwicklung zweier Berliner Unternehmen:

Der Stadtmöblierer Wall AG hat die Außenhülle, die Art+Com AG das Innenleben entwickelt. Passanten können mittels dieser Apparatur ab sofort gegen Bezahlung von 50 Cent für drei Minuten in die wechselhafte Historie des Platzes eintauchen.

Die Reise beginnt mit einer Ansicht des Schloßplatzes von 1890. Wenn man das Gerät schwenkt, schwenkt auch der Bildausschnitt mit. 1950 lässt sich die Sprengung des Stadtschlosses miterleben und 1974 der Aufbau des Palastes der Republik. 1980 schließlich wird der Platz in seiner vollen DDR-Pracht gezeigt und 1993 das Berliner Schloss als Planen-Kulisse, die so erfolgreich für den Wiederaufbau warb.

Die Reise endet 2007 mit einem aktuellen Bild von den Abrissabreiten am Palast der Republik. „Timescope ist das ideale Medium, um Veränderungen eines Ortes zu dokumentieren“, sagt Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG.
Berliner Morgenpost, 10.07.2007