Wer einen Stein stiftet, kann teilhaben am Mammutprojekt

Wer einen Stein stiftet, kann teilhaben am Mammutprojekt

Der Grundstein für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses soll 2010 auf der Museumsinsel gelegt werden. Begründet im 15. Jahrhundert, stand es 500 Jahre mitten in Berlin, bevor es das DDR-Regime 1950 sprengte und abtrug. Gearbeitet wird schon seit Jahren am Wiederaufbau. Es ist nicht allein das Schloss, welches mit drei historischen Fassaden und einer modernen für 480 Millionen Euro neu entstehen soll: Wenn am 3. Oktober 2015 auf der Museumsinsel im Herzen Berlins das wiederaufgebaute Schloss eingeweiht wird, kommt dem Humboldt-Forum vor allem als geistiges und kulturelles Zentrum große Bedeutung zu.

Eine Wanderausstellung informiert in ganz Deutschland über das Jahrhundertvorhaben, trommelt Spenden zusammen und veräußert Fassadensteine. Auch in Erfurt können sich seit gestern Stifter einen speziellen Stein mit Stifterurkunde, Stifternadel und Lageplan reservieren lassen. Von 50 Euro an aufwärts gibt es solche Steine. Dabei bleibt das Anger 1 in Erfurt der einzige Standort dieser Ausstellung in Thüringen. Bis zum 22. August können sich Erfurter und Gäste informieren. Mit kostenfreien Auto-Guide erfahren die Besucher mehr über die Geschichte des Schlosses, den Wiederaufbau und das Humboldt-Forum, welches als Kulturzentrum die Bibliotheken der Humboldt-Uni und des Landes sowie bedeutende Sammlungen der Staatlichen Museen Berlin und die Sammlungen aus den Kunst- und Wunderkammern des einstigen Schlosses beherbergen soll.

Die Welt trifft sich dann gewissermaßen in der Mitte Berlins und im Sinne der Humboldts sind Forschung und Lehre an diesem Ort vertreten. „Von den Abmessungen her werden wichtige historische Räume originalgetreu eingemessen – eventuell irgendwann sogar wieder rekonstruiert, aber für die moderne Nutzung kann das neue Schloss im Inneren nicht genau so wie das alte hergerichtet werden“, betonte Kunsthistoriker Marc Schnurbus, der die Wanderausstellung begleitet. Außerdem arbeitet die Steinbildhauerin Liane Wloch direkt in der Ausstellung an Fassadenteilen.

Für Kinder ist nicht nur die Steinmetzwerkstatt im Erdgeschoss interessant. Täglich von 13 bis 18 Uhr können sie im Obergeschoss an ihrem Traumschloss basteln.

 

Thüringische Landeszeitung, 14.08.2009