Weltkulturen im Zentrum Berlins
Berlin startet einen Architektenwettbewerb für das Humboldt-Forum am Schlossplatz.
Der internationale Architektenwettbewerb für die Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses hat gestern begonnen. Das sogenannte Humboldt-Forum am Schlossplatz sei eines der „bedeutendsten kulturellen Bauvorhaben Deutschlands“, sagte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Berlin. Mit dem neuen Gebäude würden die Weltkulturen ins Zentrum der Hauptstadt geholt. Dem Baubeginn für das Stadtschloss im Jahr 2010 stehe nichts mehr im Wege, 2013/14 könnte der Bau eröffnet werden.
„Ab heute läuft die Uhr in Richtung Realisierung“, sagte auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann. „Wir arbeiten nicht mehr für die Schublade.“ Für 2008 kündigte er die Errichtung einer Informationsbox an. Diese soll nicht die Baufortschritte zeigen, sondern informieren, was im Humboldt-Forum stattfinden soll. Die Auslobungsunterlagen sehen die Rekonstruktion dreier barocker Fassaden sowie der drei Barockfassaden des Schlüterhofs vor. Zudem sei die Errichtung einer Kuppel im Bereich des Hauptportals geplant.
Zunächst werden 150 international renommierte Architekten gebeten, ihre Vorschläge zur grundsätzlichen Gestaltung einzureichen. Anfang Mai sollen dann etwa 30davon zur Vorlage von Entwurfskonzepten aufgefordert werden. Nach Abschluss des Wettbewerbs im November 2008 soll möglichst schnell mit der Ausführungsplanung begonnen werden.
Zur Jury gehören auch der britische Architekt David Chipperfield und der Mailänder Giorgio Grassi. Die Kosten für den Bau wurden auf 552 Millionen Euro festgelegt, sagte Tiefensee. Davon finanziert der Bund 440 Millionen, 32 Millionen kommen vom Land Berlin. Mit Spenden von 80Millionen sollen die barocken Fassaden bezahlt werden. Die Bundesregierung hatte das ursprünglich 670 Millionen Euro teure Projekt abgespeckt. Dabei wurde auf Details wie die Überdachung des Schlüterhofs, ein Hotel und eine Tiefgarage verzichtet.
Forum mit Museen
Für den Neubau soll die eineinhalb Meter dicke Bodenplatte des Palastes der Republik genutzt werden. Geplant ist, zeitgleich mit der Fertigstellung des Gebäudes in der Nähe eine U-Bahn-Station zu eröffnen. Im Humboldt-Forum sollen die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin, die wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Universität und Teile der Berliner Stadtbücherei untergebracht werden. (ddp)
Sächsische Zeitung, 27.11.2007
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