Was Architekt Stella zur Stadtschloss-Debatte sagt
Das Berliner Stadtschloss kommt nicht aus den Schlagzeilen: Anfang Dezember verhandeln Richter, ob Wettbewerbssieger Franco Stella das Schloss bauen darf. Und nun haben Bundespolitiker wegen der Kosten laut über eine Verschiebung des Projekts nachgedacht. Morgenpost Online sprach mit Stella über die Probleme.
Morgenpost Online: Herr Stella, im Rahmen der Koalitionsverhandlungen wird auch über die Verschiebung des Schlossbaus nachgedacht. Schockt Sie das?
Franco Stella: Davon wusste ich nichts. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Bauarbeiten wie vorgesehen beginnen können.
Morgenpost Online: Hat die zum Teil sehr persönliche Debatte auch um Ihre Person Ihr Verhältnis zu Berlin verändert?
Stella: Meine Beziehung zu Berlin ist derzeit in zwei parallele Welten gespalten: In die der Fakten und diejenige der Meinungen, die oft erfinderische Erzählungen sind. Sehr wohl fühle ich mich mit allem, was mit der Entwicklung meines Projektes zu tun hat, sehr gut sind die menschlichen und beruflichen Beziehungen mit allen Beteiligten zur Umsetzung des Humboldt-Forums, mit dem Bauherrn sowie mit den Nutzern und den Kollegen. Seit vielen Monaten schon arbeiten wir ununterbrochen und mit einer sehr konstruktiven Kooperation.
Morgenpost Online: Und die andere Welt?
Stella: In der Welt der Medien kommen aus verschiedensten Gründen unbegründete Vorwürfe gegen mich und gegen ganz normale Abläufe des Projekts, die über den konkreten Fall hinaus die Wiederherstellung des Schlosses infrage zu stellen versuchen. Ich habe keine Lust, immer wieder das Gleiche zu dementieren.
Morgenpost Online: Was stört Sie am meisten an der Diskussion?
Stella: Dass in den Medien die vergaberechtlichen Formalitäten wichtiger als die Architektur eines der bedeutendsten Kulturprojekte Berlins und Deutschlands sind, stört nicht nur mich, sondern schadet dem Interesse der breiten Öffentlichkeit, die das Schloss will. Über das laufende juristische Verfahren kann ich hier nicht sprechen.
(…)
Berliner Morgenpost, 16.10.2009
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