Vier Contrapunkte zum Preußenschloss

Vier Contrapunkte zum Preußenschloss

Über die Veranstaltung „Blickwechsel“ der Initiative Humboldt-Forum am Montag Abend im Pergamonmuseum, anlässlick derer Alfred Biolek die Weltsicht von vier Berlinern mit Migrationshintergrund präsentiert: 

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Vor allem änderte die Runde die Sicht auf ein Projekt, das an diesem Abend mit keinem Wort erwähnt wurde: das Schloss. Jahrelang wurde über die Hülle des Gebäudes für die Mitte der Stadt gestritten. Doch die Debatte über die Inhalte blieb seltsam blass. Der avisierte Umzug der ethnologischen Sammlungen von Dahlem in die Schlosskopie klang wie ein Notnagel.

Dass das „Museum der Kulturen“ auch als Ort aktueller gesellschaftlicher Reflexion verstanden werden kann, versucht die „Initiative Humboldt-Forum“ zu demonstrieren. Ihr gehören etwa der ehemalige Stadtentwicklungssenator Volker Hassemer (CDU) oder die Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Nele Hertling, an. Projektmanagerin ist Anett Szabó, einst Mutter des Karnevals der Kulturen.

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Nun macht sich die Humboldt-Initiative auf, die Schlossreplik zu entstauben. Ihrem Konzept würde eine adäquat moderne Architektur gut zu Gesicht stehen. Aber auch aus dem Kontrast zum Preußenstuck könnte es Gewinn ziehen. Die Vorsitzende der Initiative, Christine von Heinz, bezeichnete die Zuhörer am Montag als „opinion leader“, die die Idee eines zeitgenössischen Ortes der Begegnung und des kulturellen Austauschs in die Welt tragen könnten. Zumindest bis zum Schlossplatz sollte sie es schaffen. 

taz, 13.01.2010