Und Friede dem Palast der Republik
Der DDR-Renommierbau in Berlin wird abgerissen. Dabei wird der Abriss wesentlich günstiger als angenommen: 12 statt 20 Mio Euro. Über Nacht hatten damals die Bauarbeiten zur Errichtung des Palastes begonnen. Denn so etwas wurde nicht groß diskutiert, so etwas wurde entschieden: von Erich Honecker.
Heimlich versuchten Kuratoren des Stadtmuseums noch Reste vom Stadtschloss zu retten. Viel war es nicht. Wer heute behauptet, das Schloss habe weichen müssen, weil das Geld für den Wiederaufbau fehlte, verkennt oder ignoriert die brutale Ideologie der Auslöschung überkommener Herrschaftsarchitektur.
Die Seele des Ostens versucht man dem Palast postum einzuhauchen. Dies v.a. eine Judendkunstbewegung, die den Palast gern auf Dauer als Festspielort sehen würde. Kurz vor ihrem Ende war so die Ruine des Palastes Ort der letzten großen Hausbesetzung der Republik geworden, die sich von ihren Vorläufern nur insofern unterschied, als sie nichts gegen Staatsgelder hat, mit denen sie ihre Initiative finanziert.
FAS, 08.01.2006
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