Trüffelpolenta für Schlüter

Trüffelpolenta für Schlüter

„Deutschland hat 82 Millionen Einwohner. Wenn ich nur zweihunderttausend finde, die jeweils bereit wären, vierhundert Euro zu spenden, dann hätten wir das Geld zusammen“, sagt Wilhelm von Boddien vom Förderverein Berliner Schloss. Achtzig Millionen Dollar sollen die rekonstruierten Fassaden kosten, vierzehn Millionen Spendengelder hat der Förderverein schon gesammelt.
Jetzt sieht sich von Boddien auch in der ureigenen Heimat des Fundraising um, im Land der Millionäre und Philanthropen, in den Vereinigten Staaten. Ein erstes sogenanntes „Friendraising“-Dinner fand diese Woche im Kreis von rund fünfundzwanzig illustren Gästen in der Residenz von Generalkonsul Heimsoeth statt, gesponsert von Christies, New York.

Bei dem Dinner wurden Spenden in Höhe von 60.000 Dollar gesammelt. Darüber hinasu verkündete der anwesende US-Nobelpreisträger Günter Blobel, der einst sein Preisgeld von 820.000 Euro für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche gespendet hatte, dass die Satzung seines Vereins „Friends of Dresden“ dahingehend geändert wurde, dass darüber nun auch Spenden aus Amerika für das Schloss gesammelt werden können.

Einen wichtigen Rat hatte schließlich der große New Yorker Philanthrop Harvey Shipley Miller, nachdem er sich als eingefleischter Berlin-Fan und Förderer des Projektes bekannt hatte: „Wenn Sie richtige amerikanische Dollar sehen wollen, dann muss klar sein, was sich einmal hinter den Fassaden befinden wird.“ Das nächste Dinner ist in größerem Rahmen in Washington geplant.
FAZ, 05.02.2007