SZ: Wie Hermann Parzinger sich das Humboldt-Forum vorstellt
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Das Humboldtforum wird kein klassisches Völkerkundemuseum mit rein europäischer Perspektive. In verschiedennen Projekten proben die Dahlemer Museumsfachleute die Zusammenarbeit mit indigenen Gruppen. Ob Amazonas-Indianer oder Yupik-Eskimos: In einer Art Perspektivwechsel werden ihre Kenntnisse über die Obekte und ihre Vorstellungen über deren angemessene Präsentation unsere Formen des Umgangs mit den Exponaten bereichern.
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Ebenso sollen Top-Museumsfachleute von allen Kontinenten am Konzept des Humboldtforumds mitwirken. Die Stifung Preußischer Kulturbesitz ist dabei, ein internationales Advisory Board einzuberufen, in dem große Partnermuseen aus aller Welt und neben deutschen und europäischen Kollegen insbesondere auch Top-Museumsfachleute aus Amerika, Schwarzafrika, Asien oder Ozeanien mitwirken.
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Jede Weltregion wird ihre eigene Geschichte erzählen:
Die mesoamerikanischen Bestände des ethnologischen Museums, die zu den weltweit bedeutendsten gehören, berichten von Aufstieg und Untergang der großen Maya-Städte. Sie lassen uns verstehen, wie es möglich war, für damalige Verhältnisse schier unfassbare Bevölkerungsballungen administrativ und versorgungstechnisch zu organisieren. Und zugleich zeigen sie uns als warnendes Beispiel, was geschieht, wenn sich der Mensch durch Maßlosigkeit und fehlende Umsicht selbst seiner Lebensgrundlage beraubt.
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Zeitgemäße Präsentationen japanischer Kunst etwa gehen schon lange gänzlich andere Wege (als „das klassische Völkerkundemuseum traditionrellen Zuschnitts“)
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Parzinger will eines Tages auch Besucher aus Singapur, Lagos oder Brasilia im Humboldtschen Sinne „erfreuen und belehren“, wenn sie im Forum umherwandeln und ihre eigene Kultur begutachten.
www.dradio.de, 12.05.2010 zitiert die Süddeutsche Zeitung
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