Stella – Von Boddien hält Vorwürfe gegen Schlossarchitekt für „lächerlich“

Stella – Von Boddien hält Vorwürfe gegen Schlossarchitekt für „lächerlich“

«Ich kenne Stella persönlich sehr gut und weiß, dass er ein Ehrenmann ist».
 

Die Vorwürfe gegen Schlossarchitekt Franco Stella hält der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, für «absolut lächerlich». Es sei der «durchsichtige Versuch von Schlossgegnern, das ganze Verfahren noch einmal auf den Kopf zu stellen», sagte von Boddien, am Donnerstag auf Anfrage. Doch dies werde erfolglos bleiben. «Ich kenne Stella persönlich sehr gut und weiß, dass er ein Ehrenmann ist», fügte der Förderveinschef hinzu.

Gegen den italienischen Architekten Stella waren jetzt Vorwürfe laut geworden, wonach er die Vorgaben für den Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau des Stadtschlosses nicht erfüllt hatte. Stellas Büro soll Medienberichten zufolge nicht den geforderter Jahresumsatz gehabt haben. Zudem soll er nicht wie gefordert mindestens drei fest angestellte Architekten beschäftigt haben.

Das für den Architektenwettbewerb zuständige Bundesbauministerium hat eigenen Angaben zufolge wie bei allen anderen Wettbewerbsteilnehmern auf die von Stella unterschriebene Selbstauskunft vertraut. Zudem sei im Vorfeld des Vertragsabschlusses mit Stella «eingehend geprüft worden», ob er die geforderte Leistungen erbringen könne.

Der Bau des Humboldt-Forums nach den Entwürfen von Franco Stella soll 2010 beginnen und bis 2013/2014 abgeschlossen sein. Die Kosten sind auf 552 Millionen Euro festgelegt, worin 80 Millionen Euro für den Nachbau der barocken Stadtschloss-Fassade eingeschlossen sind. Bauherr für den Gesamtkomplex ist eine Bundesstiftung. Das teilweise kriegszerstörte Stadtschloss war 1950 auf Geheiß der damaligen DDR-Machthaber gesprengt worden.

ddp, 02.07.2009