Stadtschloss: Lehmann lobt Stellas Entwurf
Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hat den Entwurf des italienischen Architekten Franco Stella für das künftige Berliner Stadtschloss als überzeugende Lösung mit Charme und geschickter funktionaler Lösung gelobt.
Der langjährige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gilt als treibende Kraft des Humboldt-Forums und für den Wiederaufbau des Stadtschlosses als Treffpunkt der Weltkulturen. „Der Entwurf hat Charme, weil er einerseits an Andreas Schlüter nicht mäkelt, aber andererseits auf sehr geschickte Weise die Freiheitsräume der Ausschreibung des Architekturwettbewerbs nutzt, die Rekonstruktion durch eine moderne Architektursprache fortzuführen“, so Lehmann. Stella sei es gelungen, „die Barockfassaden nicht einfach isoliert davor zu stellen, sondern mit dem modernen Bauteil überraschend selbstverständlich zu verbinden“. Das Publikum werde die Flaniermöglichkeiten durch das Schloss gern nutzen, auch den Blick von der Ostfassade mit Spreeseite und Freitreppe.
Lehmann stand bis Februar 2008 an der Spitze der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die mit ihren außereuropäischen Sammlungen aus Dahlem Hauptnutzer des künftigen Humboldt-Forums sein wird. Im Frühjahr 2000 war er mit seiner Idee an die Öffentlichkeit getreten, die Kulturen verschiedener Erdteile der Dahlemer Völkerkundemuseen in einem wieder aufgebauten Berliner Stadtschloss als Humboldt-Forum anzusiedeln. Die Weltkulturen an diesem Ort zu versammeln würde seiner Ansicht nach eine wirkliche Weltoffenheit und Mittlerfunktion Berlins darstellen, „die eben nicht rückwärtsgewandt, sondern zukunftsfähig und gleichzeitig ein faszinierender Mittelpunkt der Hauptstadt ist“. Der Vorstoß brachte die seit Jahren stockenden Pläne für die Nutzung des Berliner Schlossplatzes wieder voran und führte schließlich 2002 zum Beschluss des Bundestages zum Wiederaufbau des Stadtschlosses.
Lehmanns Nachfolger in Berlin, Hermann Parzinger, hat inzwischen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) ein detailliertes Konzept für die inhaltliche Ausgestaltung des Humboldt-Forums vorgelegt. „Das Vorhaben ist nicht eine Frage der Fassade, sondern ob die Bundesrepublik in der Lage ist, eine so großartige kulturpolitische Idee in einem angemessenen Tempo zu realisieren“, so Parzinger. Er will im Juni 2009 das Konzept mit dem anderen Hauptnutzer, der Humboldt-Universität, der Öffentlichkeit vorstellen.
Berliner Morgenpost, 07.12.2008
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