Staatssekretär Schmitz kämpft für historische Funde
Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz springt den Stadtschloss-Archäologen bei. Sie hatten am Wochenende gefordert, dass die jetzt entdeckten Reste des Eosanderportals und die Keller in den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses einbezogen werden. Diesen Glücksfall dürfe man nicht verspielen, so Schmitz.
Die jetzt entdeckten und freigelegten Fundamente des historischen Berliner Stadtschlosses müssen nach den Worten von Kulturstaatssekretär André Schmitz „unbedingt in den Wiederaufbau mit einbezogen werden“. Schmitz zeigte sich „hocherfreut“ über die Freilegung der Fundamente des Eosanderportals und anderer Bodenreste wie die des Schlosskellers. „Ich habe mich immer zum Wiederaufbau des Stadtschlosses bekannt und dann gehört es zur intellektuellen Redlichkeit, gefundene Schlossreste mit einzubeziehen“, sagte Schmitz über die jüngsten archäologischen Funde.
„Es kann nicht sein, dass wir gefundenes historisches Material wieder zuschütten, so wie es die DDR gemacht hat. Wenn man für den Wiederaufbau des Schlosses plädiert, dann muss man die Bodendenkmäler mit einbeziehen. Sie geben dem Schloss-Wiederaufbau auch die nötige Legitimation. Gleichzeitig ist das auch das beste Gegenargument gegen die Kritiker des Schlossprojektes, die immer von einem Disney-Projekt gesprochen haben.“ Schmitz spricht von „großartigen Funden“, wofür er den Experten des Landesdenkmalamtes ausdrücklich Dank sagen wolle. „Die Funde sind in dieser Dimension für die Fachwelt und für uns alle eine echte Überraschung und Sensation. Wir kannten die Lagepläne, konnten aber nicht ahnen, dass die DDR das alles mit Bauschutt zugekippt hat.“
Jetzt müsse die Politik die Chance ergreifen, diese Bodendenkmäler nutzbar zu machen für den Neubau des Humboldt-Forums. „Diesen Glücksfall darf man nicht verspielen, das Kostenargument darf nicht dazu dienen, um das Bodendenkmal zu vernichten. Es gibt einen neuen Sachverhalt und dem müssen wir uns jetzt auch für künftige Generationen stellen.“
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Berliner Morgenpost, 17.08.2009
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