SPD: Marx und Engels dürfen stehen bleiben
Von Stefan Schulz
Rekonstruktion des alten Stadtquartiers oder Marx-Engels-Forum in derzeitiger Form: Die rot-rote Koalition will dieses Thema bald in den Mittelpunkt der Debatten rücken. Dabei geht es darum, den städtebaulichen Bereich zwischen dem neu zu erbauenden Schloss und dem Fernsehturm zu gestalten.
Die SPD-Fraktion hat dazu im Berliner Abgeordnetenhaus inzwischen einen Antrag beschlossen, der Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und ihrer Verwaltung Beine machen soll. In dem Entwurf eines Antrags ans Landesparlament wird die Behörde aufgefordert, bis Ende April über den Stand des Planungsrechts für das Humboldt-Forum und das nähere Umfeld. Dafür muss ein Bebauungsplanverfahren für die frühere Schlossfreiheit, den Bereich zum Lustgarten sowie den Uferbereich an der Spree umfassen.
Der Antrag ist mit der Spitze der Linken-Fraktion abgestimmt. Darin wird Junge-Reyer zudem aufgefordert, „stadtentwicklungspolitische Grundsätze zur Gestaltung des grüngeprägten öffentlichen Stadtraums“ bis zum S-Bahnhof Alexanderplatz vorzulegen. Vor kurzem hatte Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann seine Vorstellungen dazu schon einmal bekannt gegeben. Er befürwortet die Rekonstruktion des einstigen Quartiers zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus, das bedeutet: enge Bebauung mit bürgerlichen Stadthäusern.
Das sieht Rot-Rot offenbar anders. Auch wenn sich SPD und Linke noch nicht festgelegt haben, halten sie am öffentlichen Raum mit Freiflächen und Parkanlage am Denkmal von Marx und Engels fest. „Das Marx-Engels-Forum entstammt zwar sozialistischer Stadtplanung“, sagt SPD-Stadtentwicklungsexperte Daniel Buchholz, „aber das steht und muss jetzt nicht gleich in Frage gestellt werden.“
Berliner Morgenpost, 08.02.2009
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