Sparklausur: Berliner Schloss erst 2021 fertig?
In die Debatte um das Berliner Schloss hat sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse eingeschaltet – und für Verwirrung gesorgt.
Der SPD-Politiker hatte in einem gestern vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift „Super Illu“ den planmäßigen Baubeginn für das Berliner Schloss gefordert und hinzugefügt: “ Wir reden hier von einer sechs- bis zehnjährigen Bauphase ab Grundsteinlegung 2011 und jährlichen Baukosten in der Größenordnung von 30 bis 40 Millionen Euro.“
Mit der Äußerung, es handele sich um eine „sechs- bis zehnjährige Bauphase“, befeuerte Thierse allerdings erneut Spekulationen, dass der Bund auf Zeit spielen will. Bislang war von einer Fertigstellung im Jahr 2017 die Rede. Angesichts der Sparzwänge des Bundes waren am Mittwoch Überlegungen von Haushaltspolitikern im Bundestag bekannt geworden, den Wiederaufbau des Stadtschlosses zu verschieben. Ein späterer Start des 550 Millionen Euro schweren Vorhabens sei eine der möglichen Überlegungen, hieß es aus Koalitionskreisen. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir das Gebäude 2017/2018 fertig stellen“, widersprach dagegen der Sprecher der „Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum“, Bernhard Stokar von Neuforn. Ein Bauexperte der SPD-Bundestagsfraktion sagte der Berliner Morgenpost, dass „Thierse mit seiner Äußerung auf mögliche Schwierigkeiten während der Bauphase angespielt“ habe. So zeige das Beispiel des Großflughafens BBI, wie schwierig eine exakte Terminplanung bei Großprojekten sei. „Und beim Schloss kommt erschwerend dazu, dass im Untergrund die U-Bahn gebaut wird.“
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DIE WELT, 04.06.2010
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