Schlosskuppel nicht zwingend
(…)
Der Vorsitzende des Fördervereins Berliner Schloss, Richard Schröder, sagte dem Tagesspiegel am Dienstag: „Auf eine Pseudo-Kuppel sollte man lieber verzichten.“ Wenn nicht genug Geld da sei, dann müsse man die Aufgabe „der nächsten Generation überlassen“. Allerdings sei die Schlosskuppel seinerzeit als „Pendant zur Domkuppel“ entworfen worden, ein Verzicht würde „merkwürdig in der Stadtsilhouette aussehen“. Schröder ist überzeugt davon, dass „der Geschmack beim Bauen kommt“ und die Spendenbereitschaft deshalb noch wachsen werde.
(…)
Ramsauers Amtsvorgänger Wolfgang Tiefensee (SPD), der den siegreichen Wettbewerbsentwurf des Italieners Franco Stella umzusetzen hatte, machte daraus eine Preisliste für Zusatzwünsche. Die historische Kuppel schlüge demzufolge mit 15 Millionen Euro Zusatzkosten zu Buche, die in der vom Bundestag zwingend festgeschriebenen Bausumme von 552 Millionen nicht enthalten seien. Lediglich ein konstruktives Gerüst, das eine spätere Vervollkommnung der Kuppel ermöglicht, ist in den Bauunterlagen enthalten. Ebenso ist die Rekonstruktion der Innenseite des gewaltigen Eosanderportals unter der Schlosskuppel, des künftigen Haupteingangs zum Humboldt-Forum, nicht vorgesehen. Im derzeitigen Planungsstand ist indes die vollständige Ausführung des Barockportals enthalten. Generell sieht das Bauministerium „eine gewisse zeitliche Entkoppelung zur Wiedererrichtung der historischen Fassaden gegenüber dem übrigen Baukörper“ als „sinnvoll und machbar“ an.
(…)
Der Tagesspiegel, 03.03.2010
Deutsch
English
Francais
