Schloss-Streit: Ministerium lehnt Überprüfung Stellas ab
Die Debatte um den Schloss-Wettbewerb und die möglicherweise falsche Selbstauskunft des Architekten Franco Stella reißt nicht ab. Doch das Bundesbauministerium lehnte gestern eine Überprüfung der Angaben, wonach sein Büro die Mindestanforderungen zur Teilnahme am Wettbewerb erfüllte, entschieden ab.
„Dazu sehen wir keinen Anlass“, so Engelbert Lüdtke Daldrup, Staatssekretär im Bundesbauministerium. Ob die Selbstauskunft wahrheitswidrig sei, müssten vielmehr diejenigen nachweisen, die dem Architekten Schummelei vorwerfen.
Nach Ansicht von Bauexperten könnte diese Haltung gefährlich werden: Sollten Stellas Angaben tatsächlich nicht der Wahrheit entsprechen, könnten andere Architekten, die aufgrund der Teilnahmebedingungen nicht zum Wettbewerb zugelassen wurden, gegen das Ergebnis klagen.
So gravierende Folgen befürchtet der Staatssekretär nicht. „Selbst wenn die Angaben nicht korrekt sein sollten, wovon ich nicht ausgehe, hätten mögliche Einsprüche gegen das Verfahren unmittelbar nach dem Wettbewerb vorgebracht werden müssen.“ Da dieser bereits im November 2008 entschieden wurde, seien diese Fristen längst verstrichen. Den Vorwurf, der Selbsterklärung ungeprüft Vertrauen geschenkt zu haben, weist der Staatssekretär zurück. „Wie bei allen unseren Wettbewerben haben wir geprüft, ob der Teilnehmer als Mitglied in der Architektenkammer eingetragen ist.“ Das sei bei Stella der Fall gewesen.
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Berliner Morgenpost, 03.07.2009
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