Schaufenster der Klassischen Moderne

Schaufenster der Klassischen Moderne

Berlins neuer Museumsgeneral will aus der Neuen Nationalgalerie eine dauerhafte „Galerie des 20. Jahrhunderts“ machen.

Berlins Museumslandschaft ist ein großer Tanker mit einer gigantischen Verwaltungsmaschinerie. Da gibt es den millionenschweren Masterplan für die Museumsinsel, das ehrgeizige wie international ausgerichtete Humboldt-Forum am Schlossplatz, das gewünschte Schaufenster der Republik – und das Museumsquartier am Kulturforum, einst das West-Pendant zur traditionsreichen Insel, heute das Sorgenkind der Museumspolitik.

Alle drei Spielorte muss der Generaldirektor der Berliner Museen, Michael Eissenhauer, gleichermaßen im Blick behalten und zukunftsfähig gestalten. Anders als am Wochenende in einem Interview dargestellt, will Eissenhauer dabei keinen generellen Kurswechsel in Abgrenzung zu seinem Vorgänger Peter-Klaus Schuster vornehmen. Den Umzug der Gemäldegalerie vom Kulturforum auf die Museumsinsel will er nicht blockieren. In Zeiten der Finanzkrise, so Eissenhauer, sei allerdings die Finanzierung von 50 Millionen Euro, die der Neubau für die Bildergalerie samt Umzug in Berlins Mitte kosten würde, utopisch. Zumal die Kosten für das Gebäude jenseits des Kupfergrabens über eine nicht unumstrittene „Public Private Partnership“ (PPP) aufgebracht werden sollten – ein Finanzierungsmodell zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Das heiße aber nicht, so Eissenhauer, dass damit dem ursprünglichen Bode-Konzept eine definitive Absage erteilt werde. Die Idee seines Vorgängers bewertet er zum jetzigen Zeitpunkt als „Wunschdenken im Rahmen eines Gesamtkonzeptes“.

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Die Welt, Berliner Morgenpost, 18.08.2009