Rettet das Original!
Ulrich Paul setzt sich für den weitgehenden Erhalt der historischen Schloss-Keller ein.
In Berlin ist es leider zur Tradition geworden, den Abriss historisch wertvoller Gebäude mit den Argumenten zu begründen, ein Erhalt sei wirtschaftlich leider nicht vertretbar gewesen oder das Bauwerk passe „funktional“ nicht zum geplanten neuen Investitionsprojekt. Genau das gleiche Schicksal droht jetzt den Kellerresten des 1950 gesprengten Schlosses. Der Erhalt der Keller sei in der Kostenobergrenze „nicht realisierbar“, heißt es in den Unterlagen für den Architektenwettbewerb zum Bau des schlossähnlichen Humboldt-Forums. Was für ein Armutszeugnis.
Bei vielen Bauprojekten hätte man solch eine Argumentation von Seiten des Bauherrn vielleicht noch als wenig historisch durchgehen lassen. Nicht aber bei einem Bauprojekt, das sich so sehr auf die Geschichte des Ortes stützt wie das Humboldt-Forum. Es passt ja wohl schlecht zusammen, oben die alten Barockfassaden nach historischem Vorbild zu rekonstruieren und im Keller die erhaltenen historischen Überreste abzureißen. Nein, das was nötig ist, ist ein Plan, wie möglichst viel von den historischen Kellergeschossen in den Neubau integriert werden kann. Bislang haben wir nur gehört, was nicht geht.
Dass der Förderverein Berliner Schloss mit einem Gutachten ermitteln will, wie die historischen Reste mit dem Neubau verbunden werden können, ist aller Ehren wert. Eigentlich wäre das aber Aufgabe des Bauherrn, also des Bauministeriums.
Berliner Zeitung, 05.12.2007
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