Regierung will am Stadtschloss sparen
Die schwarz-gelbe Regierungskoalition will den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses offenbar auf Eis legen. Bei ihrer Klausurtagung am kommenden Wochenende stehe das Projekt auf dem Prüfstand – zumindest ein späterer Start des 552 Millionen Euro teuren Bauvorhabens sei angesichts der Sparzwänge wahrscheinlich, bestätigten Koalitionskreise der Berliner Morgenpost.
„Es gibt solche Überlegungen“, sagte gestern die Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Stefanie Vogelsang. Gründe seien die Staatsverschuldung und die geringe Akzeptanz des Millionenprojekts in der Bevölkerung. „Wenn das Projekt um ein paar Monate oder auch ein Jahr nach hinten verschoben wird, gibt das den Planern auch genügend Zeit, einen funktionalen Entwurf abzuliefern“, nannte der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel einen weiteren Grund, der für die Verschiebung des Wiederaufbaus spräche.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sieht dafür allerdings „keine Anhaltspunkte“, wie er gestern sagte. „Der zuständige Bundesbauminister Peter Ramsauer hat mir versichert, dass er nach wie vor zu dem Beschluss steht“, betonte Neumann. Aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hieß es dazu jedoch lediglich, dass eine Entscheidung über die „zeitliche Streckung“ des Projektes nur der Bundestag herbeiführen könne. Laut Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) sollen die Bauarbeiten für das sogenannte Humboldt-Forum im Berliner Schloss Mitte kommenden Jahres beginnen. Bislang war der Baubeginn bereits für Ende dieses Jahres in Aussicht gestellt worden.
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Berliner Morgenpost, 03.06.2010
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