Regierung hat kein Geld für das Stadtschloss

Regierung hat kein Geld für das Stadtschloss

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Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses wird wahrscheinlich aus Geldnot auf Eis gelegt. Bereits im Vorfeld der Sparklausur verständigte sich die Bundesregierung nach übereinstimmenden Medienberichten darauf, dass die Ausgaben von 500 Millionen Euro angesichts der Sparbemühungen nicht in die politische Landschaft passen. Der Wiederaufbau der Preußen-Residenz soll verschoben werden, bis die Bundesfinanzen saniert seien, hieß es. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

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Wowereit warnt vor kulturpolitischen Offenbarungseid

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte laut seinem Sprecher: „Ich kann vor einem solchen Beschluss nur dringend warnen. Es wäre ein kulturpolitischer Offenbarungseid des Bundes.“ Wowereit weiter: „Die große Idee, im Zentrum der Hauptstadt einen Ort für internationale Kunst und Kultur zu schaffen, darf nicht im schwarz-gelben Spargeschacher untergehen.“

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Kulturstaatssekretär warnt vor Alternativkosten

Kulturstaatssekretär André Schmitz hatte bereits zuvor gegenüber Morgenpost Online dringend vor einem Baustopp für das Schloss gewarnt. Es sei auch wirtschaftlich „völliger Unsinn“, das Schloss mit dem Humboldt-Forum nicht zu bauen, sagte Schmitz. „Wenn das Humboldt-Forum nicht gebaut würde, dann kommt es für den Steuerzahler nicht billiger.“ Die Museumsbauten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Dahlem, wo die außereuropäischen Sammlungen derzeit noch untergebracht sind, seien komplett marode, sagte Schmitz.

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Berliner Morgenpost, 07.06.2010