Regierung bekennt sich zum Schloss

Regierung bekennt sich zum Schloss

Bislang 15 Millionen an Spenden.

Angesichts der aktuellen Diskussion um steigende Kosten für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses und den möglichen Verzicht auf die historische Fassadengestaltung, gehört das Bekenntnis zum Schloss für die Vertreter der Bundesregierung in diesen Tagen zum unverzichtbaren Teil ihrer Reden.

So nutzte gestern Bernd Neumann, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Gelegenheit, auf dem Richtfest für das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel öffentlich Position zu beziehen. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass diese Bundesregierung das Berliner Schloss mit dem Humboldtforum zügig aufbauen wird“, sagte Neumann unter dem Applaus der geladenen Gäste, darunter viele Bundestagsabgeordnete.

Und auch der für die Ausschreibung des internationalen Wettbewerbs zuständige Staatssekretär im Bundesbauministerium, Engelbert Lütke-Daldrup, bemühte sich gestern um Klarheit. Schließlich hatte der Staatssekretär mit der Formulierung, der geplante Neubau auf dem Schlossplatz solle lediglich „unter Berücksichtigung der historischen Fassaden“ wieder entstehen, die Debatte erst so richtig entfacht. „Wir werden mit den veranschlagten 480 Millionen Euro auskommen“, sagte der Staatssekretär und versicherte, dass im Wettbewerb eine Lösung gesucht werde, der die Vorgaben des Bundestags eins zu eins umsetze.

„Damit sollten die Spekulationen, dass der Beschluss des Bundestags von 2002 ausgehebelt wird, der eine Rekonstruktion der Schlossfassaden an der Nord-, West- und Südseite sowie des Schlüterhofs zum Ziel hat, endgültig ausgeräumt sein“, sagte der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddin, gestern der Berliner Morgenpost.

Auf der Internetseite des Fördervereins ist nachzulesen, dass 15 Millionen Euro an Spenden für die Schlossfassade gesammelt wurden. „Die zugesagten 80 Millionen Euro werden wir aufbringen“, versicherte von Boddin. Der durch Spenden finanzierte Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden habe gezeigt, dass das Spendenaufkommen deutlich zulege sowie der erste Spatenstich erfolgt ist.
Berliner Morgenpost, 22.09.2007