Preis der Sehnsucht- Was die neuesten Pläne für den Berliner Schlossplatz vorsehen
„Mitunter gibt es tatsächlich erfreuliche Nachrichten: Für den Berliner Schlossplatz lauten sie: Er wird nicht verhökert oder banalisiert, hinter den historisch exakt wiederaufzuführenden Barockfassaden wird keine luxuriöse shopping-mall einquartiert – und es besteht sogar eine Chance, daß die öffentliche Hand die Rekonstruktion des 1950 abgerissenen Hohenzollernschlosses als Kulturpalast in absehbarer Zeit mit überschaubarem Aufwand bezahlen kann. Das ist denn doch eine Überraschung.“
Weitere Einzelheiten:
Ein Gutachten im Auftrag von Bund und Land wurde von zwei Beratungsunternehmen gemeinsam mit einem Architekturbüro gefertigt. Auf reichlich 150 Seiten beleuchtet es verschiedene Arten, das Schlossareal zu nutzen und wägt deren Rentabilität gegeneinander ab. Ergebnis: Die weithin favorisierte Nutzung des Schlossareals durch die Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Universität und die Landes- und Zentralbibliothek, die Inbesitznahme des einstigen Ortes des Souveräns durch die Kultur also, ist die einzige Lösung, die sich rechnet. Gesellschaftlich wie ökonomisch.
Neben den Museen rechnet sich auch das Veranstaltungszentrum, wenn es mit einem 5 Sterne-Hotel und einer Tiefgarage kombiniert wird.
Favorisiert wird eine Finanzierung über Privat-Öffentliche-Partnerschaft (PPP-Modell). Damit könne man den Aufwand der öffentlichen Hand auf jährlich zwischen 20 und 40 Millionen begrenzen. Eine Summe, die zwar dreißig Jahre lang zu zahlen ist, aber gleichwohl ein überschaubarer, angesichts manch anderer Budgets, ein geradezu bescheidener Batzen. Ließe sich dafür tatsächlich das Berliner Schloss wiederaufrichten, wäre die neue Studie ohne Frage eine gute Nachricht.
FAZ, 20.08.2005
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