Palast-Abriss wird 3 Millionen Euro teurer
Statt der geplanten Kosten von 6,4 Millionen Euro liegen der Bauleitung nun bereits Nachträge für Zusatzarbeiten über 9,6 Millionen Euro vor. Die Mehrausgaben können für die Beseitigung von Asbestresten anfallen, die derzeit beim Abriss gefunden werden.
„Darauf hätte man sich schon 2004 einstellen können. Damals lag bereits eine Studie vor, die auf die Asbestreste hinwies. Die Kontaminierung war also bekannt“, kritisiert Volker Ratzmann, Fraktionschef der Grünen im Abgeordnetenhaus Berlin. Er hat jetzt Anzeige gegen Unbekannt wegen Körperverletzung, Luftverunreinigung, schwere Gefährdung durch Freisetzung von Giften sowie Untreue und Betrug gestellt.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigt eine mögliche Kostenexplosion. „Falls wir noch an anderen Stellen des Palastes unerwartet Asbest finden sollten und sich die Sanierung auf den gesamten Bau ausweiten würde, könnte es sein, dass die Kosten steigen“, erklärt Manuela Damianakis, Sprecherin der Senatsverwaltung. In der Studie von 2004 gebe es lediglich einen Nebensatz, der darauf hinweist, dass sich möglicherweise auch in den Fugen der Geschossdeckenplatten Asbest befinden könnte.
Bild, 10.09.2006
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