Palast der Republik ist erst am Montag weg

Palast der Republik ist erst am Montag weg

Er ist nicht klein zu kriegen: Das letzte Stück des Palast der Republik sollte heute abgerissen sein. Doch nun bleibt der Rest eines Treppenturms doch noch bis Montag stehen. Ein defekter Bagger ist Schuld.

Der Palast der Republik ist fast Geschichte: Ende November 2008 sind die Abrissarbeiten beendet. Im Anschluss wird das Kellerbecken mit 20.000 Kubikmetern Sand aufgefüllt. Ab 2009 soll dann die neue Fläche zunächst begrünt werden.
Gnadenfrist für den Palast der Republik: Die letzten Reste des einstigen DDR-Prestigebaus auf dem Berliner Schlossplatz werden erst am Montagmittag abgerissen. „Wir werden heute nicht ganz fertig“, sagte Projektleiter Michael Möller.

Ursprünglich sollten die Arbeiten spätestens an diesem Freitag abgeschlossen sein. Ein defekter Bagger hatte aber auf der Zielgeraden zu Verzögerungen geführt. Am Mittwoch war nach Möllers Angaben am Arm des Baggers ein Riss aufgetreten, der erst geschweißt werden musste. Deshalb wird etwa ein Drittel des letzten verbliebenen Treppenturms das Wochenende noch überdauern.

Nach Abschluss der Abrissarbeiten wird das Kellerbecken des Palasts mit 20.000 Kubikmetern Sand aufgefüllt. Wenn diese Arbeiten wie geplant im Februar abgeschlossen sind, soll die Fläche begrünt werden, ehe im Jahr 2010 der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt-Forum beginnt.

Der Palast, der im Volksmund auch „Erichs Lampenladen“ genannt wurde, war im Sommer 1990 geschlossen worden. 2006 begann dann der Abriss des asbestverseuchten Gebäudes. Das Ende der Abrissarbeiten ist gleichzeitig der Startschuss für die Zwischennutzung des Schlossplatzes als Freizeitareal. Mit den freigelegten historischen Resten des Stadtschlosses und der alten Klosteranlagen dient das Gelände gleichzeitig als archäologische „Fundgrube“. Bereits im Oktober war der benachbarte und nach altem Vorbild wiederhergestellte Schinkelplatz der Öffentlichkeit übergeben worden. Dort soll Schinkels Bauakademie wiederaufgebaut werden.

Wie das Humboldt-Forum aussehen soll, wird am Freitag bekanntgegeben. Für das neue Stadtschloss war ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben worden, den der Italiener Francesco Bello gewann. Der Bundestag hatte vorgegeben, dass die barocken Fassaden des Stadtschlosses auf drei Seiten wieder hergerichtet werden müssen. Zudem muss die Möglichkeit bestehen, das historische Raumgefüge sowie eine Kuppel wieder einbeziehen zu können. Schließlich sollten die Architekten den Innenraum so gestalten, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz dort ihre außereuropäischen Sammlungen präsentieren kann. Der Bau darf inklusive Erstausstattung nicht mehr als 552 Millionen Euro kosten. Dies schließt die 80 Millionen ein, die der Förderverein Berliner Schloss sammeln will.

Die Welt, 28.11.2008