Palast der Republik

Palast der Republik

In 23 Wochen ist alles platt Ende 2008 ist vom Gebäude nichts mehr übrig, zurück bleibt eine Sandwüste.

Norbert Koch-Klaucke

Schauen Sie ihn sich schnell an, so lange er noch steht: Der Palast der Republik – die Ruine von „Erichs Lampenladen“ schrumpft jeden Tag immer weiter zusammen. In 23 Wochen wird er komplett weg sein.

Der Palast-Abriss seit 2006: Vergangene Woche verschwanden schon die zehn jeweils 100 Tonnen schweren Dach-Stahlträger, wo einst der Große Saal war, in dem früher die SED-Parteitage gefeiert wurden oder die großen Stars aus dem Osten und Westen auftraten.

Die Berliner können jetzt an der Ruine sehen, wie diese 90 Meter langen Eisen-Träger (jeder hat einen Altwert von 35 000 Euro) mit der Schrottschere in jeweils 1,50 Meter lange Stücke zerschnitten werden. „So passen sie in jeden Hochofen, wo sie dann zu neuem Stahl geschmolzen werden“, erklärt Abriss-Bauleiter Michael Möller (50). Laster und Kähne bringen die zerkleinerten Träger zu einem Schrott-Händler nach Roßlau (Sachsen-Anhalt). Auch die Tage der acht Betonpfeiler sind gezählt, die noch die letzten Zeugen des 1976 erbauten Palastes zwischen Schloßplatz und Spree-Ufer sind. Es sind die Treppenhäuser und Fahrstuhlschächte vom einstigen „Haus des Volkes“. Jeder Pfeiler ist vier Etagen hoch, Bagger machen sie ab Oktober/November dem Erdboden gleich.

„Das alles geht so schnell, dass Ende Dezember, Anfang Januar 2009 das Haus weg ist“, sagt Möller. Dem Palast bleiben also noch etwa 23 Wochen. Bis kommenden April wird dort, wo er dann stand, 20 000 Kubikmeter Sand darüber geschüttet.

Berliner Kurier, 22.07.2008